Es war jetzt Samstag 14:15 Uhr und der weitere Verlauf des Nachmittags war noch nicht verplant. Da wir gerade sowieso im Domestic Terminal waren und ich meinen A300 auch noch haben wollte, beschlossen wir kurzer Hand mal bei One-Two-Go vorbei zu schauen, um einen kurzen Ausflug nach Phuket zu machen, soll doch auf dem Abendkurs von Phuket nach Bangkok ein A300 von Thai zum Einsatz kommen. Am Schalter angelangt erfuhren wir, dass die Flüge nach Phuket bereits ausgebucht sind. Wir erkundigten uns, ob für heute Flüge nach Chiang Rai (der Norden von Thailand) geplant sind (Uhrzeiten standen an der Tafel im Hintergrund). Nachdem wir erfahren haben, dass die geplanten Flüge statt finden, begaben wir uns zum Thai Airways Schalter, nicht merkend einen kleinen Fehler gemacht zu haben. Bestätigung erhalten, dass am Abend der A300 fliegt und mit gebuchtem Ticket Chiang Rai - Bangkok tanzten wir wieder bei One-Two-Go an. Auf die Aufforderung, uns auf den Flug nach Chiang Rai zu buchen, bekamen wir zwei einfache Wörter als Antwort: Fully booked ! Sie hat uns zwar vorhin gesagt, dass der Flug statt findet, aber nicht, dass der Flug ausgebucht ist. Mit dem Hintergedanken, in den sauren Apfel beissen zu müssen, und bei Thai auch den Hinflug für teures Geld buchen zu müssen, haben wir uns als Nummer 2 und 3 auf die Stand By Liste setzen lassen. In 20 Minuten sollten wir wieder erscheinen, um zu erfahren, ob wir mitkommen.

20 Minuten später waren wir wieder da, damit sie ja nicht unsere Gesichter vergisst. Mit der Info, der Abflug sei jetzt um eine Stunde verspätet, wurden wir für weitere 20 Minuten weggeschickt. Pünktlich am Schalter erschienen, sollten wir noch einmal für 30 Minuten verschwinden, ich sah mich schon am Thai Schalter stehen und in der letzten Minute den Thaiflug nach Chiang Rai buchen. 40 Minuten und einen frischen Fruchtshake später hielten wir dann endlich unsere Tickets für den One-Two-Go Flug nach Chiang Rai in der Hand und checkten für den Flug ein. Nachdem sich auch das Boarding ein weiteres Mal um 30 Minuten verspätete, wurden wir eine Stunde darauf mit dem Bus zu unserer OMA, der MD-80 (HS-OMA) gebracht.

 Nach dem Boarden stellten wir fest, dass die hinteren 3, 4 Reihen (hinter der mittleren Galley) noch alle frei sind und so beschlossen wir, es uns dort gemütlich zu machen. Entweder am Schalter wurde uns ein Schmarrn erzählt, oder es haben wirklich so viele Paxe den Flug nicht wahrgenommen. Wie auf allen Flügen in Thailand waren auch hier die Triebwerke schnell gestartet und die Startbahn schnell erreicht. Nach einem ziemlich turbulentem Start und ein paar Gewitterwölkchen, die wir durchflogen, hatten wir unsere Reiseflughöhe nach Chiang Rai auch schon erreicht und genossen die letzten Sonnenstrahlen des heutigen Tages.
 
 Nachdem ich mich ein bisschen umgesehen hatte, wurde mir klar, weswegen die letzten Reihen frei gelassen wurden. Wohl deswegen, weil man mit den Sitzen für die Ultra-Low-Fare Zahler keinen guten Eindruck machen würde ;-)
 
 Nach einer knappen Stunde Flugzeit ging es auch wieder in den Descent und kurz darauf landeten wir auf dem kleinen Flughafen von Chiang Rai. Trotz kürzlich vorbeigezogenem Regenschauer war es extram warm und, wie überall in Thailand, ziemlich schwül. Wir verließen den Flieger und schauten uns ein wenig im Terminal von Chiang Rai um, bevor es hoch, ins Restaurant, zum Essen ging, von wo aus man übrigens einen sehr schönen Ausblick aufs Vorfeld hat (wenn was dastehen würde...).
 Nach der üblichen Portion "Fried rice with chicken" und vergeblichen Versuchen, dem Kellner die mit dem Thai Logo bedruckten Untersätzer und Gabeln/Messer/Löffel abzuschwatzen, war es auch schon wieder an der Zeit, die Sicherheitskontrolle zu passieren. Nebenbei, mein gesamtes Abendessen, eine ordentliche Portion Reis mit Hühnchen und Gemüse sowie eine Cola als Getränk hat zusammen umgerechnet nur ca. 2,50Euro gekostet, dem guten Wechselkurs zwischen Baht und Euro sei Dank.

 Unser A300 ist der HS-TAF, welcher auf den vorderen Türen jeweils einen Sticker trägt, der anlässlich des 60. Thronjubiläum des Königs Bhumibol angebracht wurde. Meinen Platz 46K hatte ich schnell gefunden und so stand einem entspannten abendlichen Heimflug nach Bangkok nichts mehr im Wege. Ich kann es nicht genau erklären, aber zwischen dem One-Two-Go Flug auf dem Hinflug und dem Thaiflug auf dem Rückflug lagen Welten. Man merkte einfach den Unterschied zwischen dem Airlines und hatte auch das Gefühl, bei Thai mit einer "besseren" Fluggesellschaft zu fliegen.

Samstag Abends, gegen 22 Uhr, kam man dann auch wieder im Hotel an, wo uns wieder einmal eine kurze Nacht bevorstand, schließlich leutete um 4 Uhr in der Früh bereits wieder der Wecker. Dieser Tag sollte in Phnom Penh verbracht werden. Auf dem Weg vom Domestic Terminal zum International Terminal mussten wir wieder durch "Die Röhre" durch, mein persönlicher Weg des Schreckens, da dieser Teil scheinbar nie enden möchte. Wenn man es allerdings genau nimmt, findet diese Röhre nach knapp 500 Metern wieder ihr Ende, 500 Meter die nach einem Tag, der 42 Stunden hatte, länger nicht sein können.

 Heute, Sonntag, 06.30 Uhr, war es endlich so weit. Heute waren wir Diejenigen, welche am Gate 72 standen und voller Vorfreude auf ihr Boarding nach Phnom Penh, Kambodscha, warteten. Nervös wurde ich erst, als der Busfahrer in eine Straße am Vorfeld abbog, an deren Ende nur noch 2 717 geparkt waren. Hieß es nicht, dass heute ein A320 auf dem Flug eingesetzt werden sollte ? Richtig, aber einem a/c change sei dank werde ich jetzt noch einen weiteren neuen Flugzeugtypen in meine Liste eintragen können, hat es sich schon rentiert. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, sondern erst zu Hause feststellen konnte, war, dass diese 717 auf der anderen Seite Siem Reap Air Aufschrift trägt, was mir eine weitere neue Airline einbringt.
 Ich brauche vermutlich nicht mehr erwähnen, dass wir binnen weniger Minuten gepusht waren und uns bereits auf dem Weg zur Startbahn befanden. Nach dem Take Off hatte man wieder einen guten Blick zurück auf den Airport. Das ist jetzt mein letzter "Airport Overview" von Bangkok, versprochen ;-)
 Die Flugzeit nach Phnom Penh ist nicht sonderlich lang, es hat aber gerade noch gereicht, ein kleines Frühstück in Form von Nudeln mit... richtig, Hühnchen und einer Semmel zu servieren. Kurz darauf überflogen wir auch schon den Mekong River, der Phnom Penh in zwei Teile teilt.
 Nach der Landung versuchten wir, den Flieger so schnell wie möglich zu verlassen, um beim Visum nicht all zu lange an zu stehen, was aber nicht viel gebracht hat. Gott sei Dank habe ich in Bangkok noch schnell ein paar Passfotos gemacht, ansonsten hätte die Einreise nach Phnom Penh problematisch werden können. Etwa 30 Minuten später und mit 20 USD weniger in der Tasche passierte ich dann die Immigration Control und wir machten uns auf dem Weg, den Schalter von PMT Airlines zu suchen, mit welchen wir einen Inlandsflug mit Antonov 24 / Yun 7 nach Rattanakiri, mit einer Zwischenlandung, starten wollten. Enttäuscht mussten wir bei der Information feststellen, dass die PAX-Flüge mit PMT Air alle gecancellt sind, so war es die letzten Tage und so wird es auch die zukünftigen Tage sein. Auch war, wie es zu erwarten war, ein Vorfeldbesuch nicht möglich, sodass wir uns entschieden, einen Tag Sightseeing in Phnom Penh zu machen. Mit einem Taxi ließen wir uns erstmal zum Mekong River fahren.
 Anschließend schlenderten wir ein wenig durch die Straßen Phnom Penhs, um sich einen ersten Eindruck von dieser Stadt zu verschaffen. Schließlich gehört "Kingdom of Cambodia" zu einem der ärmsten Länder der Welt, weshalb es auf jeden Fall sehenswert ist, um hier mal in eine andere Welt abzutauchen.
 Geld verdienen die Leute hier auf recht einfache Art und Weise. Wenn man nicht gerade im Tourismus arbeitet (Beispiel Angkor Wat / Siem Reap) versucht man sich, durch den Verkauf von Lebensmitteln (Ratten, Schnecken oder Enten sowie frisch gegrillte Teile vom Huhn), das verarbeiten von Metall & Aluminium oder das Tuk Tuk fahren, über Wasser zu halten. Die Armut in diesem Land hindert die Leute aber in keinster Weise daran, freundlich und den Toursiten/Ausländern gegenüber freundlich zu sein (klar, sind diese doch eine gute Geldquelle).
 Wir beschlossen, den Königspalast zu besichtigen, weshalb wir uns für 2$ ein Tuk Tuk nahmen. Der Fahrer brachte uns zum Palast um uns dort mitzuteilen, dass dieser noch bis 14 Uhr (jetzt war es vielleicht 10 Uhr) geschlossen sein wird. Ein Kumpel von ihm, der den Dolmetscher spielte, bot uns an, dass wir mit dem Tuk Tuk heute eine Tagestour machen, sodass wir um 14 Uhr pünktlich am Palast sein werden. Als erstes Ziel standen die Killing Fields an. Nachdem wir uns auf einen Preis geeinigt hatten, stimmten wir dem Ganzen zu und befanden uns kurze Zeit später auf dem Weg zu den ca. 16km entfernt gelegenen Killing Fields. Mit dem Tuk Tuk (siehe hier) die weite Strecke zu den Killing Fields zu fahren hat ziemlich Spaß gemacht, kommt es einem auf den unbefestigten Straßen oftmals mehr wie eine Achterbahnfahrt vor, Schleudertrauma vorprogrammiert.
 Dort, mal wieder bei übelsten Temperaturen, angekommen, sieht es ein bisschen wie ein Open Air Museum aus. Ein Tempel in der Mitte der Anlage erinnert mit Totenköpfen an die grauenvollen Massaker, die hier statt fanden. Ein paar Tafeln rings herum erklären, was auf den Feldern geschehen ist.
 
 
 Ähnlich wie die Menschen müssen auch die Tiere ums Überleben kämpfen und können sich keiner großartigen Mahlzeiten erfreuen, wie es hier in Europa der Fall ist.

Info-Box: Killing Fields

Als Killing Fields sind die Felder des kambodschanischen Ortes Choeung Ek, in der Nähe von Phnom Penh, bekannt, auf denen bis zu 17.000 Menschen umgebracht wurden. Seitdem gelten die Killing Fields als ein Synonym für den beispiellosen Massenmord der Roten Khmer an der eigenen Bevölkerung in der Zeit von 1975 bis 1979. Besonders einprägend dabei sind die Bilder tausender Totenschädel und anderer menschlicher Überreste, welche die Felder Kambodschas übersäten. Sie werden heute zum Teil in einer Stupa aufbewahrt, die zum Gedächtnis an die Toten auf dem Gelände in Choeung Ek errichtet wurde.

Diese Tragödie wurde auch zur Grundlage für den britischen Anti-Kriegsfilm "The Killing Fields" aus dem Jahre 1984, der auf der wahren Geschichte einer Freundschaft eines Kambodschaners mit einem amerikanischen Journalisten während der Revolution in Kambodscha 1975 beruht.

Der größte Teil der Toten stammt vermutlich aus dem "Sicherheitsgefängnis 21", einem ehemaligen Gymnasium in Phnom Penh, das als Folterzentrum diente und heute ein Museum ist.

Quelle: Wikipedia

 Nachdem wir von diesem Ort genug gesehen hatten, kehrten wir zu unserem Tuk Tuk Fahrer zurück, welcher uns die 16km zurück zum National Museum fuhr. Da uns aber eher der Hunger und Durst plagte, ließen wir uns im Restaurant gegenüber nieder. Der übliche fried rice with chicken schmeckte wieder einmal ausgezeichnet und reichlich Getränke sorgten für die notwendige Frische. So konnte man wieder mal für wenige US Dollar eine ausgewogene Mahlzeit zu sich nehmen.
 Allmählich war es 14 Uhr und mit unserem Tuk Tuk ließen wir uns zum Königspalast fahren. Nach einem kurzen Monsunregenschauer hatte dann auch der Palast geöffnet und versuchte den großen Andrang an Besuchern (komischer Weise wenig Touristen darunter) zu bewältigen. Trotz ziemlich vieler Menschen ging das Kaufen der Tickets sehr schnell voran, sodass man sich schnell im inneren der Palast-Mauern befand. Die Menschenmenge verlief sich dort schnell, sodass man sich in aller Ruhe alles ansehen konnte. Wie bei allen Tempeln in Thailand war es auch hier Pflicht, zumindest die Schuhe auszuziehen. Fotos durften im inneren der Tempel leider keine gemacht werden.
 Bitte lasst euch durch das Regenwetter nicht beirren. Es war heiß wie noch nie und die Luftfeuchtigkeit erreichte schwindelerregende Höhen auf der Prozentskala.
 Auf einem kleinen Hügel befand sich ein ebenso kleiner Tempel mit Buddhastatuen und Räucherstäbchen. Im Kreis herum saßen weitere Siddhartas, welche den Tempel mit ihrer Freundlichkeit anstrahlten. Eine faszinierende Stimmung voller Ruhe herrschte hier oben, welche höchstens durch das Gezwitscher vereinzelter Vögel beeinträchtigt wurde.
 
 Nachdem wir auch hier die Tempelanlagen und Palastbauten weiträumig durchschritten hatten, konnten wir unseren Fahrer noch davon überzeugen, uns noch bis zum Airport zu fahren, wo zu diesem Zeitpunkt noch ein kleines Gewitter herrschte. Aufgrund des frischen Fahrtwindes ist eine Fahrt mit dem Tuk Tuk in diesen Breiten immer sehr angenehm.
 Am Flughafen von Phnom Penh angekommen bezahlten wir unseren Tuk Tuk Fahrer wie vereinbart und haben somit einen einfachen Kambodschianer zum (für die dortigen Verhältnisse) Millionär gemacht. Nachdem wir recht pünktlich am Flughafen waren, blieb bis zum Check In noch ein wenig Zeit sodass wir an die Bar nebenan vom Terminal gingen. Dort hatte man einen durchaus guten Ausblick auf das Vorfeld und die aus Siem Reap kommende ATR von Bangkok Air. Ich nutzte die Gelegenheit und habe den Frachtflug von PMT Air mit Antonov 24 nach Singapur aufgenommen. Dies hier müsste die letzte Aufnahme von dieser Fotoposition aus Phnom Penh sein. Sobald ich die Stelle wieder verließ, kam ein Arbeiter welcher einen riesen Sichtschutz an den Zaun befestigte. Nutzten scheinbar schon mehrere Leute, diese Position, um die Flieger zu beobachten. Wie auch immer, diese Stelle wird es jetzt nicht mehr geben.
 Nebenan leerten die Sicherheitskräfte vom Flughafen eine Bierkaraffe nach der Anderen während ein paar Partien Schach, grad lustig war's. Wir machten uns wieder auf dem Weg zum Check In um anschließend noch einmal 25 Dollar im Land zu lassen, dafür, wieder ausreisen zu dürfen (Airport tax). Anschließend machte ich es mir in der Lounge von Bangkok Air noch einmal bequem bevor wir in unseren A320 in Krabi c/s für den Rückflug stiegen. Jeder Bangkok Air Passagier, egal welche Buchungsklasse, hat Zutritt zur Lounge. Einen Service, den man bei anderen Airlines nur als BussinesClass-Pax kennt.
 Mittlerweile ist es Montag, unser letzter Tag der Reise, an dem eine Tour anstand. Nach wenigen Stunden Schlaf befinden wir uns wieder im Domestic Terminal und warten auf unseren Flieger. Heute möchten wir von Bangkok nach Chiang Mai, weiter nach Mae Hong Son und ebenso zurück fliegen. Den Flug nach Chiang Mai hatten wir gebucht, da wir mit Nok Air eine weitere Thai-Airline in unsere Statistik aufnehmen wollten. Nur sorgten unsere Boardingkarten anfangs ziemlich für Verwirrung. Nach Check In hielt ich meine Boardkarte mit Sitz 48K in der Hand. Schnell hatte ich die Vermutung, dass es sich dabei weniger um eine Nok Air 737 handeln kann, als mehr um einen Thai A300, wo doch Nok Air im Codeshare mit Thai fliegt, was für uns später noch ein Problem darstellen sollte. Wie auch immer, 48 Reihen in einer 737 ? Auch wenn es eine -400 ist, wären wir da jetzt schon bei 288 Sitzplätzen und Sitzplatz K ? Am Schalter bestätigte man uns, dass eine 737 fliegen wird. Naja, seien wir gespannt. Hier erstmal einer meiner Top-Favourite-Aircraft, der A300 in den alten Thai Farben und kurz darauf kam auch schon unser Schweindal rein.

 Aber doch, tatsächlich war es diese 737, die es sich an unserem Gate einnistete. Jetzt war ich gespannt, wie sich das Ganze auflösen wird. Vielleicht wird eine zweite 737 dahinter drangespannt ? So könnte man wenigstens die 48 Reihen erklären. Beim Boarding kam es dann endlich zur des Rätsels Lösung. Tatsächlich hat dieser Bobby eine Sitzplatzbezeichnung von ABC - HJK. Eine Reihe 13 gibt es, wie bei vielen Airlines, nicht. Die erste Reihe in dem Flieger, die Bussines Class, trägt die Bezeichnung "11", weiter geht es dann mit "30". Also Reihe 1, 3 oder gar 8 gibt es keine. Sowas hatte ich in der Form auch noch nicht. Vom Flug an sich gibt es nicht viel zu berichten, mehr habe ich die 1 Stunde zum Schlafen genutzt, als dass ich ein paar Fotos von den Wolken geschossen habe...

In Chiang Mai angekommen, wie sieht unser weiterer Plan aus ? Es war jetzt 10 Uhr und unser Weiterflug soll um 13:30 starten. Die lange Aufenthaltszeit wurde deswegen gewählt, weil ich versuchen wollte, ein bisschen Spotten zu gehen, auch wenn in Chiang Mai an den meisten Tagen nicht DIE Airlinevielfalt herrscht, die man sich wünscht. Das war aber egal, schließlich bauen die Herren in Chiang Mai von unseren Airport Tax, die wir für jeden internationalen Flug zahlen mussten (;-)) ein neues Terminal, sodass die Fotoposition, die man von früher kennt, zugebaut wurde. Um 11 Uhr sollte auch ein Flug nach Mae Hong Son gehen, nachdem wir jetzt die Zeit in Chiang Mai nicht mehr benötigten, versuchten wir, uns auf diesen Flug umbuchen zu lassen. Da alles ausgebucht war und auch Stand By nichts mehr ging, verzichteten wir darauf, und frühstückten erstmal im Thai Restaurant im oberen Stockwerk (ich brauch euch nicht mehr erklären, dass es fried rice with chicken gab ?). Anschließend machten wir uns wieder auf zum Check In für unseren 13:30 Uhr Flug. Kurz den Abflugsmonitor gecheckt, alles klar ? - Nein, leider nicht. Unser Flug um 13:30 mit Thai Airways nach Mae Hong Son steht gar nicht drauf, viel schlimmer, er existiert gar nicht mehr. Zum Thai Schalter gegangen, unser E-Tix gezeigt, sagte man uns, der Flug sei vor ein paar Wochen eingestellt worden, man habe versucht, uns zu erreichen. Wie auch immer, der nächste Flug geht um 15:30 mit Nok Air ATR und wir wurden von Thai auf Nok Air umgebucht. Schade nur, dass wir später beim Check In nicht im System standen, sodass ich uns schon in der 15:50 Uhr Maschine nach Mae Hong Son sitzen sah. Irgendwie hat dann doch noch alles funktioniert, nur unser Auffenthalt in Mae Hong Son hat sich von 4 Stunden auf 50 Minuten verkürzt.

 Während eines ordentlichen Regenschauers boardeten wir in unsere ATR, mit satten 10 Passagieren an board (uns zwei eingeschlossen). Vorbeigerollt an einer abgestellten DC 3 starteten wir nach Mae Hong Son. Die Flugzeit dort hoch ist sehr kurz, sind es ja nur 120km Luftlinie. Jedoch benötigt man mit dem Auto von Chiang Mai nach Mae Hong Son aufgrund der Berge mehr als 7 Stunden. Nach rund 30 Minuten waren wir wieder im Anflug, ein wahrlich atemberaubender Anflug durch die nordthailändischen Berge. Der Anflug ist ein bisschen Kai Tak-Like da man im Short Final noch einen scharfen Turn um einen Berg macht, bevor man entgültig auf die Piste anfliegt.
 
 Ich war angekommen an einem Platz meiner Träume. Ein kleines Dorf, gelegen mitten in den Bergen, ein moderner Airport im traditionellen Baustil. Beim Aussteigen noch schnell ein Foto von der Nok Air ATR die ganz frisch in diesen Farben rumfliegt, den Flieger haben sie von Thai Airways der ausschließlich zusammen mit der HS-TRB (in Thaifarben) das Routing nach Mae Hong Son fliegt, Jeden Tag, jede Woche, jeden Monat.
 Wie bereits erwähnt blieben uns insgesamt nur 50 Minuten zum Umsteigen in Mae Hong Son bevor wir nach Chiang Mai zurückfliegen, was uns aber in keinster Weise davon abhielt, mit einem Tuk Tuk auf den Berg im Anflug zu den Tempel der buddhistischen Mönche zu fahren, was sich als einer der schönsten Orte herausstellen sollte, an denen ich jemals war. Wir erklärten unserem Fahrer, dass wir nicht viel Zeit haben und machten einen Preis aus. Kurz darauf donnerten wir bereits durch die Straßen von Mae Hong Son, hoch auf den Berg, den Fahrer alles aus seinem abendteuerlichen Gefährt rausholend, was es beinhaltet. Kurz darauf waren wir an unserem Ziel angekommen.
 
 Hinter diesem Tempel hatte man einen tollen Ausblick auf den Flughafen, welchen auch die Mönche genossen und so zahlreich zu den an- und abfliegenden Flugzeugen erschienen sind.
 
 
 Und hier mal noch eine Übersicht über den Flughafen. Wie gesagt, es war eine nahezu unbeschreibbare Stimmung auf dem Berg voller Ruhe und das einzige was man neben dem Zwitschern der Vögel hörte, war unsere Thai ATR die sich gerade ins Taal zum Flughafen herunterschraubte. Mögen die folgenden Bilder ohne Kommentar auf euch einwirken.
 
 Endlich hatte auch sie es geschafft, unsere ATR, mit der wir den Rückflug antreten werden. Es ist sehr schade, diesen traumhaften Platz nach so kurzer Zeit wieder verlassen zu müssen, auf alle Fälle ist es einer der sehenswertesten Orte, an denen ich jemals gewesen bin.
 
 Unser Fahrer wartete bereits auf uns und fuhr mit uns wieder den Berg herunter, hindurch durch die Gassen von Mae Hong Son, die Abkürzung der Abkürzungen nehmend sodass wir pünktlich unseren Flieger erreichen. Am Flughafen angelangt bezahlte ich wieder, leider etwas hilflos mit einem 500Baht-Schein. Für eine Fahrt, die vielleicht nicht mal 200 Baht gekostet hat, recht viel. Daraufhin musste mir der Tuk Tuk Fahrer sein ganzes Geld in die Hand drücken, hoffend, dass ich damit einverstanden sein werde. Insgesamt habe ich somit ein paar wenige Baht zu viel bezahlt, aber das tut mir nicht weh und dem Fahrer bringt's am Abend ein Bierchen mehr in der Kneipe.
 Um Punkt 16:50 Uhr Lokalzeit befanden wir uns wieder im Terminal, genau auf die Minute, zu der das Boarding begann. Wir ließen Mae Hong Son hinter uns, allerdings nicht ohne ein letztes Mal einen Blick auf den Tempel zu werfen, wo uns die Mönche beim Abflug wieder beobachteten.
Nun ja, wie zu erwarten, nicht einmal 30 Minuten später, befanden wir uns schon wieder im Visual auf Chiang Mai, hier kann man, wenn man ganz genau hinsieht, den Airport oberhalb des Flügels ein wenig erkennen.

 In Chiang Mai angekommen hatten wir wieder ein wenig Zeit bis zu unseren Weiterflug, sodass es uns im Wartebereich möglich war, die Feier des Königs auf den Fernsehern beobachten zu können, auf welcher er in traditionellen Royal Barges den Fluss quer durch Bangkok heruntertransportiert wurde, mit tausenden von feiernden Menschen an den Flussufern stehend.

Kurz darauf war auch schon wieder Boarding Time und wir stiegen in unsere Boeing 777-300 für den kurzen 1-Stundenflug nach Bangkok. Mit Reihe 69 saß ich so ziemlich in der letzten Reihe, besitzt die 773 genau 73 davon. Der Flug durch die Nacht verlief wieder einmal sehr ruhig, die üblichen Turbulenzen im Anflug auf BKK ausgenommen, und der Service von Thai war, wie auf allen Flügen, hervorragend.

Am nächsten Tag war es so weit, nach 15 Flügen und 7 Tagen, an denen wir quer durch Asien gereist sind, hieß es Koffer packen und zum letzten Mal ein ordentliches Frühstück in Form von Reis genießen. Zum letzten Mal werden wir mit dem Shuttlebus über den 2-stöckigen Highway zum Flughafen fahren und die asiatischen Tücken beim Einchecken für den Rückflug kennen lernen. Unser Flieger wird die Tango Lima sein, eine 744 in den schönen alten Farben der Thai.

 Was soll ich sagen ? Der Service in flight war mal wieder spitze sodass auch diese letzte Reise für diese Tour wie im Fluge verging. Wir überquerten ein weiteres Mal den Himalaya und den nahen Osten, hier befinden wir uns gerade über dem Iran. Die Kabine der Thai mit ihren bunten Sitzen ist sehr gemütlich und mit dem zweifelsfrei guten Sitzabstand hat man nicht das Gefühl, in einer Economy Class zu sitzen.
 
 Nach gut 11 Stunden befinden wir uns dann im Anflug auf München, genauer gesagt auf die 08R. Der Jumbo hat den Flug über gute Arbeit geleistet sodass wir pünktlichst in München sanft aufsetzen. Zum Abschluss hat ein Münchner Spotter noch ein Foto "meiner" Maschine gemacht, wie wir gerade auf dem Weg zum Gate sind. Danke hierbei für's Bereitstellen des Fotos.
 Somit endet eine Reise voller neuer Eindrücke und Erfahrungen, zu einem Kontinent, der langsam aber sicher auf der Überholspur ist und klammheimlich an Europa vorbeizieht. Ich hoffe sehr, die Mühe, zu versuchen, euch ein paar Eindrücke der Reise zu überliefen hat sich gelohnt. Feedback gegenüber bin ich sehr aufgeschlossen und würde mich freuen, auch andere Erfahrungsberichte zu hören. Hoffe, ein paar Leuten vielleicht ein bisschen Lust auf Asien/Thailand gemacht zu haben. Empfehlenswert ist eine Reise dorthin auf jeden Fall.
 

Die Reise in Zahlen:

Insgesamt habe ich....

.... 41 Stunden in der Luft verbracht

.... 75 €uro für Airport-Taxes bezahlt

.... 31.383km mit dem Flugzeug zurückgelegt

.... 8 Zeitzonen überflogen

.... 27 Stunden geschlafen (~ 4,5 Stunden / Nacht)

.... 13x den kostenlosen Shuttelbus genutzt

.... 9 neue Airlines bekommen

.... 8 neue Airports bekommen

.... 7 neue Flugzeugtypen bekommen

 
06.06.2006
München
MUC
Bangkok
BKK
Thai Airways International Boeing 747-4D7
HS-TGR
08.06.2006
Bangkok
BKK
Singapur Changi
SIN
(Thai) Air Asia Boeing 737-301
HS-AEF
08.06.2006
Singapur Changi
SIN
Bangkok
BKK
Tiger Airways Airbus A320-232
9V-TAE
09.06.2006
Bangkok
BKK
Seoul Incheon
ICN
Thai Sky Airlines Lockheed L1011 TriStar-1
HS-AXE
09.06.2006
Seoul Incheon
ICN
Bangkok
BKK
Thai Sky Airlines Lockheed L1011 TriStar-1
HS-AXE
10.06.2006
Bangkok
BKK
Hua Hin
HHQ
Siam General Aviation Cessna 208B Caravan
HS-GAA
10.06.2006
Hua Hin
HHQ
Bangkok
BKK
Siam General Aviation Cessna 208B Caravan
HS-GAA
10.06.2006
Bangkok
BKK
Chiang Rai
CEI
One-Two-Go McDonnell Douglas MD-82
HS-OMA
10.06.2006
Chiang Rai
CEI
Bangkok
BKK
Thai Airways International Airbus A300-600
HS-TAF
11.06.2006
Bangkok
BKK
Phnom Penh
PNH
Siem Reap Air Boeing 717-200
HS-PGQ
11.06.2006
Phnom Penh
PNH
Bangkok
BKK
Bangkok Air Airbus A320-232
HS-PGV
12.06.2006
Bangkok
BKK
Chiang Mai
CNX
Nok Air Boeing 737-4D7
HS-TDA
12.06.2006
Chiang Mai
CNX
Mae Hong Son
HGN
Nok Air ATR 72-200
HS-TRA
12.06.2006
Mae Hong Son
HGN
Chiang Mai
CNX
Thai Airways International ATR 72-200
HS-TRB
12.06.2006
Chiang Mai
CNX
Bangkok
BKK
Thai Airways International Boeing 777-3D7
HS-TKA
13.06.2006
Bangkok
BKK
München
MUC
Thai Airways International Boeing 747-4D7
HS-TGL
Seite:
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