Am Samstag war es mal wieder so weit, für mich hieß es heute, "Take me to Bermuda" trotz einer recht kurzfristik geplanten Tour. Dank eines guten Angebotes von Seiten der Airline, war es mir möglich, mit dem Wochenendsflug nach Bermuda zu jetten. Viele werden sich jetzt fragen, "Wo ist Bermuda überhaupt ?" Nun ja, Bermuda liegt ein bisschen abgeschieden im Atlantischen Ozean und ganz nebenbei auch nicht im Bermudadreieck. Die Bermudas liegen auf der Höhe von Atlanta, die Entfernung zu Atlanta beträgt 1145 Meilen, nach New York 774 Meilen und nach Toronto 1144 Meilen Luftlinie. Von Deutschland aus sind es bei einem Non-Stop Flug etwa 8 Flugstunden, die Flüge von London aus (abgesehen von der neuen MUC-BDA Verbindung der einzige Flug, der Bermuda mit Europa verbindet) brauchen nur 7 Stunden.

Bermuda Info-Box:

Die Bermuda-Inseln sind vor allem durch das Bermudadreieck bekannt geworden, in dessen Bereich angeblich immer wieder Schiffe und auch Flugzeuge verschwunden sein sollen. Das Klima auf den Bermuda-Inseln ist subtropisch-feuchtwarm. Allerdings können im Januar auch Tiefsttemperaturen von 5 Grad auftreten. Im September kommt es häufig zu Hurrikanen. Die höchste Erhebung des Landes ist der Town Hill mit 79 m. Auffallend sind die starke Zergliederung der Inseln und die zahlreichen Karsthöhlen. Die Insel ist von Korallenriffen umgeben. Es sind damit die nördlichsten tropischen Korallenriffe der Erde. Da Flüsse auf den Inseln fehlen, muss das Regenwasser in Zisternen gesammelt werden. Charakteristisch für die subtropische Vegetation sind Gummibäume, Salbei-Arten und die Bermuda-Zeder. An manchen Küstenabschnitten wachsen auch Mangrovenbäume; bei den Beständen auf den Bermudas handelt es sich um das nördlichste Vorkommen von Mangroven im Atlantik. Auf den Bermuda-Inseln hat die fast ausgestorbene Vogelart Bermuda-Sturmvogel ihre Brutstätten. Auf den Bermuda-Inseln gibt es mehrere Nationalparks, sowohl über als auch unter Wasser.

70 % der Bewohner sind Schwarze und Mulatten, 30 % sind Weiße. Die Farbigen sind Nachkommen afrikanischer Sklaven, die Weißen britischer Herkunft. Die Hauptstadt Hamilton hat 3.000 Einwohner. Die Amts- und Umgangssprache ist das britische Englisch. Der größte Anteil der Einwohner ist protestantisch (meist anglikanisch), 15 % sind römisch-katholisch, 1 % sind Jehovas Zeugen. Die Einwohner von Bermuda genießen einen sehr hohen Lebensstandard; die Lebenshaltungskosten sind sehr hoch. Es gibt praktisch keine Arbeitslosigkeit. Über 80 % des Regierungsbudgets werden für Sozialleistungen und Bildung ausgegeben. Vom 6. bis 17. Lebensjahr besteht allgemeine Schulpflicht. Das Bermuda College vermittelt eine Hochschulbildung; zum eigentlichen Universitätsstudium gehen die Studenten in die USA oder nach Kanada. Viele Einwohner Bermudas üben mehrere Berufe aus. Herablassung gegenüber bestimmten Arbeiten ist unbekannt. Zwar ist es erst seit 1961 der farbigen Mehrheit erlaubt, neben Weißen im Bus, Kino oder Restaurant zu sitzen, aber heutzutage funktioniert die Integration der unterschiedlichen Hautfarben so gut wie kaum anderswo, was übrigens auch für Touristen gilt.

Quelle: Wikipedia.de

Langer Rede kurzer Sinn befand ich mich dann am Samstag Mittag kurz vor 15 Uhr am Flughafen in München und passierte die Sicherheitskontrolle im Modul C. Nach einem etwas kurzen Lounge-Besuch begab ich mich zu unserem Gate, wo der Eurofly A319LR CJ, welcher den Flug für Munich Airlines durchführte, seit Neuestem aber direkt für das Bermuda Department of Tourism fliegt, bereits für den Langstreckenflug betankt wurde. Er kam mit ein paar Paxen aus Mailand an, welche via München nach Bermuda flogen.
Am Gate selber traf ich Herrn Andre Brenner, Director Connect AB Ltd., welchen ich bereits von der Pressekonferenz kannte, als Munich Airlines zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Freundlich wurde ich von ihm begrüßt und es stellte sich heraus, dass auch er jetzt nach Bermuda fliegen wird, allerdings mit ein wenig mehr Aufenthaltszeit, als ich. Pünktlich konnte dann auch das Boarding begonnen werden und die rund 26 Passagiere fanden im Flugzeug recht schnell ihren Sitzplatz. Da das Gepäck allerdings noch anders verstaut werden musste, verpassten wir unseren geplanten Slot und die Abflugszeit verspätete sich ein wenig. Zeit für mich, sich mit dem A319 CJ ein wenig genauer vertraut zu machen. Überrascht war ich gleich von dem wirklich sehr großzügigen Sitzabstand (insgesamt 48 Sitze) und den überaus bequemen Business-Sitzen. Gleich nach dem Einsteigen gab es einen Willkommens-Drink, man konnte wählen zwischen Orangensaft, Wein und natürlich auch Wasser. Aufgrund der leichten Verspätung folgte dem Willkommens-Drink auch gleich ein Gläschen Champagner.
Nachdem eine Ready Message versendet wurde, erhielten wir dann doch noch ziemlich schnell unsere Start Up Clearance und wurden vom Gate zurück geschoben. Um schneller in der Luft zu sein, verzichtete man darauf, bis zur 08R hinunter zu rollen sodass wir als Departure Runway die 08L erhielten, die wir nach wenigen Minuten auch erreichten. Nach einem ankommenden A340-300 der Lufthansa konnten wir auch in Richtung Bermuda starten. Wie bereits erwähnt war die Flugzeit mit etwa 8 Stunden berechnet.
Kurz nach dem Take Off wurde dann auch das InFlight Entertainmentsystem "freigeschalten" und die Sitze konnten in eine sehr angenehme Sitz-/Liegeposition gebracht werden, auch wenn ich zu Beginn eine Weile gebraucht habe, bis ich das ganze System verstanden hatte. Die Crew war bemüht, den Passagieren einen angehmen Flug zu verschaffen (was ihnen nebenbei gesagt auch sehr gut geling) und ich war immer noch erstaunt über den super Sitzabstand. Trotz meiner 1,88 Meter konnte ich mich bequem ausstrecken, ohne auch nur in die Nähe des Sitzes des Vordermannes zu kommen. Wie den Meisten bekannt sein dürfte, ist Eurofly eine italienische Fluggesellschaft, welche eigentlich Charterflüge von Italien aus startend anbietet, mit dem einen A319LR CJ aber seit Neuem auch ihren MiMa (Milano - Manhattan) Service gestartet hat. Mit diesem ist es Geschäftsleuten möglich, zu guten Flugzeiten und unter super Konditionen bequem von Mailand nach New York zu fliegen.

Als wir Irland südlich passierten begann die Crew dann auch, das Essen zu verteilen, ein Menü vom Feinsten. Ich muss dazusagen, dass ich einen ziemlichen Hunger hatte und schon Bedenken hatte, als ich den ersten Gang sah. Aber nachdem dann der Dritte und Vierte folgte, musste ich Einiges auch leider wieder zurückgehen lassen. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass das Essen von einem italienischen Caterer hervorragend geschmeckt hat. Aus der Speisekarte versuche ich mal das gesamte Menü (aus insgesamt 9 Gängen) zusammen zu tragen:

Welcome drink - Eine Auswahl von Schinken und Salami aus der Toscana - Garnele in Cocktailsauce mit Avocado - Crespelle Nudeln (Pasta) mit einer Füllung von Steinpilzen, Krebs und Spargel und eine Spargelcrème mit Milchsahne und Parmesankäse - Lasagne Bologneser Art - Kalbsmedaillon in Schwarztrüffelsauce mit Marsalawein und gegrilltem Gemüße - Anglerfilets mit Gewürznelken, Ingwer und Zimt - Hartkäsedrilling mit ausgewähltem Frischobst - Süßspeise (Dolci) - Kaffee, Tee und Likör !

Bis man mit dem Verzehr des Essens fertig war, war der halbe Atlantik auch bereits überquert, die restliche Zeit vertrieb ich mir damit, ein bisschen die Musik des Entertaiment-Systems kennen zu lernen, oder einfach ein bisschen Entspannen und die Augen zu schließen, was bei dem Sitzsystem absolut kein Problem ist (auch wenn dieses Rund 3x neugestartet werden musste, da einzelne Bedienelemente nicht ganz funktionierten).
Die restliche Zeit verging sprichwörtlich wie im Fluge und wir starteten auch schon unseren Sinkflug auf unser Endziel, Bermuda. Ein letztes Mal wurde Wein, Orangensaft, Wasser oder was auch immer sonst man sich gewünscht hatte, eingeschenkt und die Kabine für die Landung fertig gemacht. Es war jetzt gerade 08:15PM Orstzeit und man konnte während des Anfluges einen traumhaften Sonnenuntergang beobachten. In München war es bereits 1 Uhr in der Nacht, d.h. die Flugzeit von ca. 8 Stunden konnten problemlos eingehalten werden. Auf den Karten des TV Screens kann man nochmal schön sehen, dass Bermuda doch ein Stückchen vom amerikanischen Festland entfernt liegt und keineswegs irgendwo in der Karibik, wie viele vermuten. Es folgen ein paar Impressionen vom Anflug.
Für die Landung brachte ich meinen Sitz wieder in eine aufrechte Position und gegen 08:30PM Ortszeit setzten wir dann in Bermuda auf, eine British Airways B777-200 befand sich gerade an der Holding Position um ein paar sicher gut erholte Urlauber wieder nach Hause zu befördern.

In Bermuda angekommen ging für mich ein wenig der Stress los, da ich nur knapp 3 Stunden Aufenthalt haben sollte und zumindest auf Anraten einen Blick in das Grotto Bay Hotel werfen wollte. Das Flugzeug verlassen, von Herrn Brenner verabschiedet, ließ ich meinen Reisepass mit einen weiteren Stempel versehen und wollte den Bereich verlassen, in dem die anderen Passagiere noch auf ihr Gepäck gewartet haben. Beim Zoll wollte ich dann meine "Declaration" abgeben, wurde aber ein wenig unfreundlich empfangen und darauf hingewiesen, dass ich meinen Koffer vom Band mitnehmen solle. Ich versuchte dem Herren klar zu machen, dass ich nur mit Handgepäck einreise. Dies kam ihm äußerst suspekt vor und ich wurde weiter ein bisschen befragt. Was ich hier mache, wie lange ich bleibe, wo ich bleibe, warum ich bleibe usw. Zum Glück erhielt ich vor Abflug von Munich Airlines respektive dem Bermuda Department of Tourism einen Zettel, welcher mir die Reise als einen "One-Day-Family-Trip" bestätigt. Nachdem er sich diesen durchgelesen hatte, konnte ich endlich offiziell in Bermuda einreisen. Mit wenigen Dollar bestückt, machte ich mich auf die Suche nach einem Wechselschalter am Flughafen. Man muss dazu sagen, dass der Airport von Bermuda nicht sonderlich groß ist und alle Geschäfte dort bereits geschlossen hatten und ein Money Exchange-Schalter gar nicht erst vorhanden war. So sah ich mich gezwungen, ein paar Bermudadollar aus dem Automaten zu "ziehen". Bevor ich mich auf die Suche nach einem Taxi machte, wollte ich nocheinmal einen Blick auf den Abflugsmonitor werfen "Munich - On Time - 10:50PM". "Sehr gut" dachte ich mir, doch ehe ich zu Ende gedacht hatte, unterbrach mich eine Stimme von hinten. Eine Flughafenangestellte die vor dem geschlossenen Café saß, fragte mich, ob ich den Flug nach München suche. Ich bejate dies. Sie meinte, ich hätte jetzt Zeit, viel Zeit, ich solle irgendwo hinfahren. Der Flug wird Verspätung haben. Wie viel und wann der Check Inn aufmache, keine Ahnung. Okay, soviel dazu. Ich nahm mir ein Taxi und ließ mich zum Grotto Bay Hotel fahren. Während der Fahrt überzeugte mich der Taxifahrer davon, mich ins Swizzle Inn zu fahren, eine urige Kneipe, welche nur wenige Meter vom Grotto Bay Hotel entfernt liege.

Dort angekommen gab ich ihm seine 7$ und er sagte, wenn ich zum Airport zurück wolle, solle ich dem Barkeeper bescheid geben, er ruft ein Taxi. In diesem Moment wurde mir wieder klar, weswegen ich eigentlich ins Grotto Bay Hotel wollte, in der Hoffnung, dort einen Geldwechsel oder zumindest einen Geldautomaten zufinden. Wie auch immer, abgesehen vom Linksverkehr kam mir hier alles sehr US-amerikanisch vor und das Swizzle Inn erinnerte mich innen mehr an ein altes Jazz-Lokal als an einen "britischen" Pub. Nachdem ich mir eine Cola bestellt hatte, essen konnte ich nach dem Menü im Flugzeug bei Besten Willen nicht mehr, zahlte ich auch und verließ nach 20 Minuten das Swizzle Inn wieder, auch wenn ich da draußen gut und gerne länger hätte sitzen können. Ich machte mich auf den Weg zum Grotto Bay Hotel was zu Fuß vielleicht in nur 5 Minuten Entfernung liegt. Dort musste ich feststellen, mit was ich eigentlich schon gerechnet hatte, kein Geldautomat, kein Geldwechsel. Also weiter zur Tankstelle wo zum Glück ein Geldautomat stand und zufälliger Weise auch grad ein Taxi aufgetankt wurde, welches mich für 3$ zurück zum Airport bringen sollte. Irgendwie komisch, vom Airport zum Hotel verlangen sie 7$, aber von der Tankstelle, welche direkt neben der Auffahrt zum Hotel ist, zum Airport muss man gerade mal 3$ bezahlen.
Gegen 10 Uhr pm befand ich mich dann wieder am Flughafen, schließlich traute ich den Angaben der Frau nicht, der Flug sei sonderlich verspätet, da aber auf dem Monitor immer noch ein "On Time" prangerte und ich auf keinen Fall den Rückflug verpassen wollte. Zumindest der Check In hatte schon offen und ich erhielt problemlos meine Boardkarte für den Rückflug, da war ich schonein wenig erleichtert, dass zumindest das so gut geklappt hat. Man sagte mir, dass die Crew aus New York für den Rückflug immer noch nicht da sei und ich somit die Zeit in irgendeinem Quarter Bay verbringen kann, wofür ich mir ein weiteres Taxi nehmen solle. Ich entschloss mich vorsichtshalber aber eher dafür, am Flughafen zu warten und passierte gegen geplanter Abflugszeit, also um 10:50pm die Sicherheitskontrolle und begab mich in einen vollkommen leeren Warteraum. Dort lernte ich allerdings Allan kennen, einen absolut freundlichen Sicherheitsangestellten, mit dem man sich lange und sehr gut unterhalten konnte, sodass auch diese Wartezeit kein Problem darstellte.
Kurz vor Mitternacht kam die Crew dann doch noch an, mich überkam die Müdigkeit, schließlich ging in München schon wieder die Sonne auf. Der Flieger konnte kurz darauf dann auch geboardet werden und ich schnappte mir Decke und Kopfkissen und hab nach dem Start von den nächsten paar Stunden erstmal nichts mehr mitbekommen, lediglich bemerkt, dass irgendwann das Essen verteilt wurde. Ich verzichtete aber lieber drauf und beschloss mich weiter noch ein wenig aus zu ruhen. Irgendwann südlich von England wurde es dann langsam wieder hell und über Frankreich bekamen wir wieder einmal ein hervorragendes Frühstück serviert. Besonders im Flugzeug mit einer richtigen Gabel und einem richtigen Löffel zu essen (kein Plastik) hat mir sehr gut gefallen.
Gut ausgeschlafen aber dennoch ein wenig erschöpft betrachtete ich die draußen vorbeiziehenden Gewitterwolken, welchen wir schon seit geraumer Zeit auswichen. Kurz darauf befanden wir uns bereits im Downwind der 26L von MUC. Hier zwischen den Wölkchen ist der Airport gut sichtbar.
Kurz vorm ILS wurde die Kabine dann wieder aufgeräumt und man bereitete sich auf die Landung vor. Zeit für mich noch kurz einen Überblick über die super-comfortable Kabine zu machen, welche auf dem Rückflug von insgesamt 16 Passagieren besetzt wurde. Ein letztes Mal die bequemen Sitze genießen, bevor wir wieder auf dem Boden der Tatsachen landen und somit der gesamte Trip für mich, bzw. der Urlaub der restlichen Passagiere ein Ende findet.
Inzwischen im Final werden wir in wenigen Sekunden mit ca. einer Stunde Verspätung aus Bermuda landen. Abschließend möchte ich sagen, dass diese beiden Flüge am 22. und 23. Juli wohl so ziemlich die comforttabelsten waren, die ich bisher jemals hatte. Der Service war schlichtweg einzigartig und herausragend. Die Crew war trotz der "unmenschlichen" Uhrzeiten immer freundlich, hilfsbereit und darum bemüht, den Flug so entspannt wie möglich zu gestalten sodass der Urlaub nicht schon am Flughafen in Bermuda, sondern erst frühestens in München endet. Auch wenn ich von Bermuda nicht sonderlich viel gesehen habe, zum Urlaub machen und einfach "relaxen" muss es schon ein fantastisches Ziel sein, welches den sonnenhungrigen Urlaubern Einiges zu bieten hat. Für mich war nach der Landung das Wochenende noch nicht gelaufen, um 16 Uhr ging es für mich weiter nach Venedig von wo aus ich am Abend ein weiteres Mal in München landen werde, aber das ist eine andere Geschichte.
 
Zum Schluss möchte ich meinen Dank an die Leute von Munich Airlines und dem Bermuda Department of Tourism richten, welche diese Tour überhaupt erst möglich gemacht haben.
Special thanks to Munich Airlines and Bermuda Department of Tourism for the kind support.

Für weitere Infos:

www.bermudatourism.de