Servus,

gestern war es wieder mal so weit. Zusammen mit Stefan (Ein Freund von mir) und meinem Vater flogen wir für 6 Stunden nach Budapest zum Fotografieren. Allerdings stellte sich uns schon beim Check In die erste kleine Hürde in den Weg. Stefan und ich hatten gebeten, zwei Fensterplätze auf der Rechten Seite hintereinander zu haben. Das hatte den Grund, dass man dann im Anflug auf Budapest einen wunderschönen Blick auf die Stadt hat. Als Antwort bekamen wir allerdings, dass die Maschine ausgebucht ist und es seien keine Fensterplätze mehr frei. Da das nicht sein konnte, haben wir die Globe Ground Berlinerin gebeten, mal eben schnell den Monitor zu drehen. Tatsächlich alles voll, abgesehen von zwei Fensterplätzen auf der rechten Seite, die sich hinter einander befanden. Dies waren die Notausgangsplätze. Wir machten sie darauf aufmerksam, dass da doch noch zwei Plätze frei wären. "Ja, aber das sind doch die Notausgangsplätze, sie wollten doch einen Fensterplatz ?" kam es zurück. Nein, Notausgang ist natürlich kein Fensterplatz..... "Egal, geben Sie uns bitte die Plätze 11F und 12F."
Nach ein paar Minuten bekamen wir dann unsere Bordkarten, Stefan hatten 11D und ich 11F. Man darf ja wirklich alles sein, nur nicht blöd...

Da ich vom Flug keine Bilder machen konnte (am Notausgang darf man keine Tasche unter den Sitz stellen und das Fenster war sowieso dreckig...) fahren wir gleich mit den Spotter-Bildern vom Flughafen Budapest Ferihegy fort. Dort gibt es zwei Terrassen, eine am Terminal 2A, wo die ganzen ausländischen Airlines wie Air Berlin oder Aero Svit stehen und die andere Terrasse etwas weiter hinten am Terminal 2B wo nur Malev steht. Die zweite Terrasse eignet sich zum Spotten eindeutig besser, da man, wenn die Sonne Nachmittags langsam gen Westen wandert, einfach nur ums Eck gehen braucht und da weiter fotografieren kann.

 
Wie dem auch sei, beginnen wir mit der Austrian Arrows Dash 8, welche gerade losrollte, als wir auf der Besucher Plattform eintrafen. Später wurde dann die Aero Svit "raus gepusht", welche kurz darauf ihren Flug nach Kiev antrat. Desweiteren machte sich auch eine Malev Hungarian Airlines ihren Weg zur Runway, von denen es in Budapest übrigens Haufweise gibt.
 
Mal ein Close Up zur Nase der HA-LOL welche einen Europasticker trägt, den wir später noch mal sehen werden. Anschließend rollte eine Moldavian Saab 2000 vorbei, welche wir fast verpasst hätten, sie trägt die Farben der Carpatair trägt. Leider habe ich in dem Bild ziemlich viele Schilder und Pfosten drin... Zu guter Letzt für diese Reihe, eine Malev Charter Services kam an, vermutlich aus irgendeinem Urlaubsort.
 
Auch die Farbenfrohe Wizz Air will oder muss Budapest wieder verlassen. Schade, dass sie einen Airbus fliegen, auf einer Tupolev 154würde die Bemalung sicherlich scharf aussehen :-P Über 1 1/2 Stunden später ging unsere Fokker 100 vom Hinflug, die D-AGPK nach Berlin raus. Mit erheblicher Verspätung, was sich auf dem Rückflug noch bemerkbar machen sollte... Der Kollege auf dem dritten Bild war wohl ein wenig "überladen". Stefan und ich hofften, dass es ihm in einer Kurve die ganzen Wägen umhaut, oder wenigstens ein paar Koffer runterfallen. Aber er hat es sicher bis zum Flieger geschafft. Ist aber kein Wunder, wenn man mit einer maximalen Geschwindigkeit von 10KM/H unterwegs ist.
 
Auf dem ersten Bild sieht man die beiden Konkurrenten in Budapest, man kann eine gewisse Ähnlichkeit in der Farbgebung erkennen. Kurz darauf wurde auch unser Europa-Flieger gepusht, unter dem Cockpit-Fenster kann man die Europa-Flagge erkennen. Sehr reinlich in Budapest, muss man schon sagen. Ein Cleaner beim Fensterputzen...
 
Heiss ersehnt kam dann auch die Malev 767 aus Toronto, aber natürlich auch wieder die Wolke vom Dienst... Später musste uns dann auch die Travel Service 737 mal wieder verlassen, sowie eine von viiiieeeelen Malev Express CRJ
 
Langsam wurde es auch wieder Zeit, ins Terminal zu gehen. Es war 16:30, um 17:20 sollte unser Flieger gehen aber da wir bereits wussten, dass die Air Berlin Budapest Flüge so gut wie immer Verspätung haben, gingen wir gemütlich zum Check In. Dort, wieder das Problem mit den Sitzen, im Endeffekt hatte dann Stefan 16F und ich 16E. Naja egal, fotografieren werde ich sowieso nicht.
Nachdem wir dann noch bisschen durchs Terminal geschlendert sind und uns im Duty Free eine Ungarische Salami gekauft haben ging es auch schon zum Wartebereich von unserem Flug. Dort fielen Stefan und mir die beiden Piloten auf, welche versunken in Schreibarbeit auf ihren Flug warteten. Das GEXX Zeichen auf einen der Zettel versicherte uns, dass es "unsere" Piloten sein müssten. Jetzt oder nie, wir sind zu ihnen hingegangen und haben gefragt wie es denn mit dem Cockpit aussieht, ob ich da mal während des Fluges rein könnte. Der F/O erstmal, dass es nicht ginge und man bräuchte eine Voranmeldung und ein bestimmtes Formular. Der Captain bestätigte dies meinte aber, dass sich da schon was ginge. Wir sollen uns beim Boarding noch mal melden.

Nach etwa 10 Minuten kam dann auch unser Flugzeug, es war die D-AGPB. Also haben sie heute Mittag in Budapest die Flugzeuge getauscht. Die D-AGPK, welche bisher das München Routing (MUC-VIE-MUC-BUD-DUS-BUD-MUC-VIE-MUC) flog mit der D-AGPB welche das Berlin Routing übernahm. Somit bin ich jetzt mit allen Air Berlin Fokker 100 geflogen. 4 Flüge hatte ich mit ihnen, 3 Fokker 100 haben sie. Bravo, Echo und Kilo.

Nach fast 20 Minuten weiteren Wartens begann endlich das Boarding und beim Einsteigen der Maschine fragten wir die Stewardess, ob ich kurz ins Cockpit könne. Das war kein Problem, ich solle reinkommen. Dort begrüßten mich die beiden Piloten und ich solle noch kurz warten, bis sie mit ihrer Schreibarbeit fertig waren. Ich konnte mich also 5 Minuten ungestört im Cockpit umsehen. Recht übersichtlich die Fokker 100 aber man hat ihr angesehen, dass sie schon etwas länger im Dienst war. Die Maschine ist ja von der Germania Express, welche sie aus Amerika, ich glaube von der US Airways, haben. Der Captain gab dem F/O den Zettel, welcher mit Daten zum Flug ausgestattet war, zum Unterschreiben und drehte sich zu mir um. Er klappte den Jump Seat aus und bat mich, dort Platz zu nehmen und mich an zu schnallen. Jetzt habe ich es also tatsächlich mal geschafft. Ein Flug im Cockpit. Es wurde die Before Start & Push Checklist durchgegangen und kurz darauf die Clearance requestet. Diese haben wir auch gleich bekommen und sollten Budapest über die TORNO 1F SID verlassen, welche von Runway 13L aus los geht. Das Readback war korrekt und nach kurzem Hin und Her mit dem Ramp Agent begannen wir mit dem Push Back. Jetzt geht es los...

Wir stehen auf Taxiway U und melden "Ready for taxi". Über Uniform, Alpha 4 und November sollten wir zur Startbahn rollen. Bereits jetzt hatten wir fast 1 Stunde delay. Jetzt ging das Rätselraten los. Der Captain "Ist das jetzt gleich hier rechts oder erst da hinten ?" - "Keine Ahnung, rollen wir mal da hinten entlang, der Swiss nach" kam es vom Co zurück. Er meldete sich wieder und sagte "Ja, das stimmt schon, auf den Charts steht's auch so drauf". Hier mal ein Bild vom Tower beim Eindrehen auf A4. Nachdem die Before Take Off Checklist durchgegangen worden war, und auch der Swiss Airbus endlich airborne war, bekamen wir Line Up and wait. Kurz darauf schallte es aus den Lautsprechern: "Air Berlin 8283, wind is 130, 4 knots, cleared for Take Off Runway 13L" Der Captain, der den Start übernahm, schob die Throttles nach vorne und die Fokker 100 setzte sich in Bewegung. Bei 80 Knots kam der Crosscheck und bei etwa 120 Knoten begannen wir zu rotieren. Ein wahnsinns Gefühl, dass in real zu erleben, was man zuvor am Flugsimulator schon zig Mal gemacht hat. Wir sind im Climb auf FL70, ein kurzer Blick auf das Captain Panel

 
Das typische Bild über die beiden Throttles in Richtung Main Panel. Der F/O hatte seinen Monitor deaktiviert (nicht dass jetzt die Gerüchte aufkommen, Air Berlin fliegt mit kaputten Cockpit-Anzeigen). Anbei ein Blick auf das Overhead-Panel, welches In Flight natürlich recht unspektakulär aussieht. Der Captain meinte, dass der First Officer mal eine Ansage an die Passagiere machen sollte und um sich für die Verspätung zu entschuldigen. "Okay, Verspätung entschuldigen, aber warum haben wir denn Verspätung ?" kam es zurück. C: "Ja mei, wir haben halt mal Verspätung, dafür gibt es keinen Grund, das ist nun mal so. Und wir können sowieso nichts dafür..." Wie in der Durchsage dann die Verspätung begründet wurde habe ich nicht mitbekommen, ich habe lieber nach vorne raus geschaut. Ein paar Wolkentürme tun sich auf.
 

Wir wurden von Wien direkt an Munich Arrival weiter gegeben, auch wenn's unscharf ist, ein Blick auf das Wetteradar. Die Stewardess meldete sich, um etwas zu Essen vorbei zu bringen. Dies stellte sich aber auch wieder als ein kleines Problem raus, da es nicht einfach ist, Essen und Funken zu kombinieren. Ich hatte da allerdings kein Problem Auf dem Bild sieht man auch noch, dass wir im Descend auf FL080 immer noch 300 Knoten hatten, wir haben eine High Speed Clearance bekommen, da wir schon ziemlich spät dran waren. "Air Berlin 8283, descend 4.000 feet, turn left heading 290, cleared for ILS Approach Runway 26L" Ein Bild vom Eindrehen, im Hintergrund kann man schon leicht den Münchner Flughafen erkennen. Und wir waren Established, der Tower meldete uns, wir sollen auf 180 Knots or less reducen, allerdings waren wir bereits auf 170 unten. Anschließend wurden wir auf einen Adria A320 aufmerksam gemacht, welcher sich in unserer 4 Clock Position befand. Leider war kein Bild möglich, sah aber sehr interessant aus, parallel zu einem Airbus anzufliegen. Wieder im Cockpit, der Co Pilot übernahm die Landung.

 
Im Short Final, zwei Flugzeuge warteten bereits am Line Up. Eine HLF 738 und eine Lufthansa CRJ. Noch ein Bild aus dem Short Final, eine Landung im Cockpit ist schon beeindruckend und ganz anders als im Simulator. "Vorne" merkt man viel stärker die kleinen Korrekturen, welche der Pilot in Command durchführt, als hinten in der Kabine."50" tönt es als Callout aus den Lautsprechern, kurz darauf begannen wir zu flaren. Zu langsam wie sich rausstellte, wir setzten relativ hart auf. Beim Vacaten blickte der Captain in Richtung CoPilot und lachte nur... Das Letzte Bild vom Cockpit, es wurde die Beleuchtung eingeschalten und kurz darauf auch der Rückflug nach Wien vorbereitet. Ich bedankte mich herzlich bei den Piloten und verabschiedete mich anschließend.
 
So, ich hoffe, dass auch wieder dieser Bericht gefallen hat, auch wenn die Bilder aus dem Cockpit etwas "eintönig" sind, aber sonderlich viele Möglichkeiten hat man dort auch nicht. Das Gefühl, auf dem Jump Seat mit zu fliegen lässt sich leider auf Bildern nur sehr schwer oder auch gar nicht darstellen, aber vielleicht übermitteln sie euch doch einen kleinen Eindruck davon, wie es dort vorne In Flight aussieht. Aber auch die Möglichkeit im Cockpit mitzufliegen bietet sich einem nicht alle Tage !
 
Vielen Dank für's Lesen und Anschauen !
 
Ausrüstung:
Canon EOS 300D
Canon EF 18-55 USM
Canon EF 28-90 USM
Canon EF 75-300 IS USM