Hola amigos,

lang liegt mein letzter Reisebericht zurück, inzwischen ist schon über ein Jahr vergangen. Was nicht heißt, dass ich keine Reisen unternommen habe, nein, aber ich hatte schlichtweg nicht die Motivation, wegen eines kleinen Ausfluges nach Spanien oder Madeira gleich einen Bericht zu schreiben. Doch dieses Mal habe ich mal eine etwas längere und sehr interessante Reise getätigt. Wie die Überschrift vermuten lässt, sind mein Vater und ich mit LTU für 2 Wochen nach Cuba geflogen. Der Flug verlief direkt von München nach Varadero. Von dort aus hatten wir einen Bustransfer nach Havanna (La Habana), wo wir unser Hotel hatten. Der Bericht enthält ziemlich viele Bilder, aber aus 2 Wochen Cuba nimmt man auch einiges an Bildern mit. Ich habe mich bemüht, dass es nicht zu langweilig wird und hoffe, dass euch ein paar Eindrücke aus einer etwas anderen Welt gefallen. Ich habe ein paar Absätze eingebaut, wo einige Hintergrundinformationen drin stehen, für Diejenigen, die so was interessiert, ansonsten einfach weiter scrollen. Die Quelle hierzu habe ich aus Baedecker Reiseführer für Kuba. Ich hoffe, der Bericht ist nicht zu ausführlich ;-)

Los geht es um 10.40 Uhr am Freitag morgen, 05.08.2005. Unser LTU Airbus A330-200 D-ALPC steht am Gate und wird für den fast 11 stündigen Flug über den Atlantik vorbereitet. Das Boarding war relativ schnell beendet und unser A330 wurde zur 26L gefahren von wo aus wir München über die Kempten SID verlassen, und uns auf den weiten Weg über den Atlantik gemacht haben.

Über den Service von LTU kann ich mich wirklich nicht beklagen, die Flugbegleiter waren allesamt sehr freundlich, es gab zwei warme Mahlzeiten und man wurde mehr als reichlich mit Getränken versorgt. Es wurden zwei Filme gezeigt (Miss Undercover 2 und Robots) und zwischendrin konnte man immer mal wieder einen Blick auf die aktuelle Position und verbleibende Flugzeit werfen. Da mich die Filme aber nicht sonderlich interessiert haben, habe ich die meiste Zeit gelesen oder Musik gehört. Nach etlichen Stunden voller Wasser und Wolken, konnten wir endlich die Bahamas sehen. Kurz darauf begann auch schon der Descent und wir überflogen den Touristenort schlechthin von Cuba, Varadero. Auf der Insel steht eine Hotelanlage neben der Anderen, sonst nichts. Zumindest aus der Luft war nichts Anderes zu erkennen.
Endlich, wir überfliegen die Küste von Cuba und befinden uns mehr oder weniger über Festland, kurz darauf begann auch schon der etwas sehr kurvige Anflug auf Varadero, mir kam es anhand der abenteuerlichen Kurven so vor, als wäre das ein Visual Approach gewesen, kann mich aber natürlich auch geirrt haben.
Die Einreise in das kommunistische Land ist an sich eigentlich unkompliziert, man kauft sich vor dem Abflug von München ein Touristenvisum das 30Euro pro Person kostet, füllt dieses aus und legt es bei der Einreise den Zollbeamten hin. Nur, wenn gleichzeitig noch ein Corsair Jumbo aus Paris, ein Air Transat A310 aus Toronto, eine First Choice 767 aus Gatwick und ein LTU A330 aus München ankommen, ist die unklimatisierte Halle von Varadero ziemlich überfüllt. Wir hatten nur Glück, dass unsere 300 Passagiere von dem LTU Flug als erste dieser Charterkette ankamen, sodass sich die Wartezeit auf 1 ½ Stunden reduzierte. Aus dem Terminalgebäude raus gekommen bemerkte ich zu erst die erdrückende Hitze welche nicht zuletzt wegen der hohen Luftfeuchtigkeit sehr unerträglich erschien. Allerdings wurden mir sofort die Koffer abgenommen und wir wurden zu unserem (glücklicher Weise) klimatisierten Transferbus von Gaviotatours gebracht. Wir überquerten die höchste Brücke von Kuba…
Unsere fahrt führte uns weiter durch die Hafen- und Industriestadt Matanzas und mir wurde mehr und mehr klar, dass wir nicht nur 8300km in Richtung Westen geflogen sind, sondern auch 50 Jahre in die Vergangenheit geflogen sind. Seien es die Autos, Häuser oder Fabriken, ich kam mir vor, wie in einem 50’er Jahre Film. Wie auch immer, gegen 8 Uhr Abends kamen wir in unserem Hotel an, aßen noch etwas zu Abend und gingen daraufhin gleich ins Bett, immerhin war es an unserem Abflugsort schon 2 Uhr in der Nacht.

Für den nächsten Tag hatten wir eigentlich erstmal entspannen und relaxen (bzw. in neudeutsch „chillen“) eingeplant, aber da wir eigentlich ziemlich fit waren, beschlossen wir, mit dem Taxi zum internationalen Flughafen von Havanna, José Martí, zu fahren. Dort angekommen versuchte ich erst einmal, ein paar Bilder von Flugzeugen zu schießen, was aber nicht einfach ist, da das Fotografieren von Flughäfen auf ganz Cuba „eigentlich“ verboten ist. Das „eigentlich“ deswegen, weil mich dennoch nie jemand zurückgerufen hat, als ich zum Schuss angesetzt habe. Mein Herz schlug etwas höher, als ich diesen schönen Vogel fotografieren konnte.

Auch stark vertreten in Havanna sind die Russen, welche mit einer Domodedovo Ilyushin 96 oder eine Aeroflot 767 anreisen. Diese Maschine kannte ich allerdings schon vom Wintercharter aus Salzburg. Ich möchte noch hinzufügen, dass sich das Fotografieren in Havanna als sehr schwierig gestaltet, da die ehemals vorhandenen Terrassen alle weg sind, lediglich die Schilder dazu hängen noch in den Terminals. Dafür hat aber das internationale Terminal jetzt eine zweistöckige Anfahrt, von wo aus man einen Blick auf das Vorfeld und abgestellte Flugzeuge hat, allerdings ist hier der Brennweitenbereich mit ca. 300mm ziemlich hoch. Im nationalen Terminal könnte man durch eine dreckige, teils verdunkelte, Scheibe fotografieren, aber auch hier ansonsten keine Möglichkeit. Am Terminal von Aerocaribbean geht gar nichts mehr, eine Betonmauer verhindert jegliches Fotografieren. Lediglich im Anflug könnte man Vormittags und spät Nachmittags versuchen, ein paar Aufnahmen zu machen, allerdings weiß ich nicht, wie da die Polizei reagiert, da man direkt an einer Hauptstraße steht.
Aerocaribbean, da war doch was. Genau, die haben ihr eigenes Terminal am José Martí Flughafen, wo ich mich wegen Flügen mit der Ilyushin 18 erkundigen wollte. An der Information erfuhr ich, dass es einen Shuttlebus gibt, welcher zwischen den verschiedenen Terminals des Flughafen fährt, da das Gelände sehr weitläufig ist. Nach nur 45 Minuten Wartezeit (für Cuba ist das außerordentlich wenig) kam auch bereits ein Bus, welcher uns zu der Hütte von Aerocaribbean brachte. Dort bekam ich die Auskunft, die IL-18 fliege auf dem Routing zwischen Havanna und Cayo Coco und man gab mir einen Zettel mit einer Adresse mit, wo ich Flüge mit besagter Maschine buchen könnte.
Nach nur weiteren 30 Minuten Wartezeit kam der Shuttlebus wieder und wir entschlossen uns, noch am Nationalen Terminal vorbeizusehen, da es dort mal eine Terrasse gab, von wo aus man relativ brauchbare Fotos machen konnte. Das klingt jetzt allerdings leichter, als es ist. Der Bus umquerte den Flughafen doch er hielt nirgendwo, wo es nach „Terminal nacional“ aussah. Ganz im Gegenteil, mit der Zeit entfernten wir uns mehr und mehr vom Flughafen und kamen in einen kleinen Vorort von Havanna, welcher sich Santiago de Las Vegas nennt, macht aber mehr den Anschein, als wäre das ein Armenviertel von Havanna. Irgendwo in diesem Dorf hielt der Bus, alle Insassen stiegen aus und man erklärte uns, dass hier für heute Endstation sei aber wir können uns ja ein Taxi suchen. Da standen wir dann und ich blickte mich ein bisschen in den Straßen um, wenn nur nicht alle gleich aussehen würden…
Allerdings erfreute ich mich mehr und mehr an dem Anblick der alten Autos, welche es dort zu Hauf gibt. Dass sie noch fahren ist nicht nur ein Wunder, wenn man bedenkt wie alt sie sind, sondern auch, in was für einem Zustand die Straßen sind. Bei Quadratmeter großen Schlaglöchern müssen die Autos schon Einiges aushalten und die Fahrer ziemlich aufpassen. Auch Pferde oder Ochsen, die plötzlich mitten auf der Straße stehen, können eine Gefahr darstellen ;-)
Noch einmal ein Blick in eine der Straßen, ich liebe diese Ansicht einfach, vor allem die starke Überlandverkabelung ist sehr auffällig.
Einer der vielen alten Lastwägen geparkt vor einem der vielen alten Wohnhäusern während hinten schon der nächste Klassiker um die Ecke poltert.
Wir versuchten den Weg, welchen wir mit den Bus zurückgelegt haben, zurück zu verfolgen um auf eine der etwas größeren Hauptstraßen zu kommen, um ein Taxi anzuhalten. Unterwegs kamen wir auf einen Markt, wo die Kubaner einkaufen dürfen, aber sonderlich reichlich war die Auswahl dort nicht. Man konnte wählen, zwischen Bohnen, Bananen und Fleisch, welches sicherlich schon mehrere Stunden in der Hitze lag und die Fliegen sich ihren Teil schon abgeholt haben. Dort habe ich meine Kamera lieber in der Tasche gelassen, es gibt Orte, da sollte man nicht mit einer Digitalkamera wie wild Fotos knipsen.
Später fanden wir ein Taxi und der conductor (=Fahrer) erzählte mir seinen Tagesablauf, wie ihn wohl einige Kubaner haben: Aufstehen, arbeiten, arbeiten, arbeiten, bisschen was Essen und wieder schlafen.
Wie auch immer, 30 Minuten später kamen wir durchtränkt von Abgasen, Öl und Benzin an der Calle 23, oder viel mehr auch als „La Rampa“ bekannt an, wo das Reisebüro von Aerocaribbean ist. „Cerrado“ Das ist natürlich klar, Samstag Nachmittag arbeitet man nicht mehr, das Reisebüro ist zu und wir sind von der Nachmittagshitze etwas erschöpft. Also, zurück ins Hotel und ein bisschen am Pool ausspannen. Hier mal ein Bild von der Lobby von unserem Occidental Miramar.
Und hier noch schnell die Poollandschaft mit Pool-Bar, welche den Hinterhof mit Musik beschallte. Sorry, nach den Bildern aus Santiago de Las Vegas muss das kurz sein ;-) Der Service war hervorragend, nachdem wir unserer camarrera (Zimmermädchen) 5 Pesos hingelegt haben, wurde das Bett jeden Tag anders gemacht, der Kühlschrank funktionierte und und und. Grundsätzlich gilt, dass alle Kubaner, die eine Arbeit haben, ihren Job sehr sehr ernst nehmen und sich bei der Ausübung sehr bemühen. Man ist auch stets bemüht Dir zu helfen und den Aufenthalt so schön wie möglich zu machen. Und das obwohl sie für ihre Arbeit kaum bezahlt werden. Das ganze fehlt mir hier in Europa ein bisschen.
Am Tag darauf wollten wir ein bisschen La Habana Vieja erkunden, zu Deutsch die Altstadt von Havanna. Mit einem alten Lada-Taxi tuckerten wir in Richtung Innenstadt und versuchten uns in einem Park erstmals mittels einer Karte zur Orientieren und die Lage „Guantanamera, guajira Guantanamera, Guantanameeeeeera…“ Mist ! Zu spät, ich blickte auf und sah zwei Bettelbaden vor mir, welche bereits voller Elan mit Gitarre und Rassel angefangen haben, Guantanamera zu singen. 10 Minuten später und mit 2 Pesos (~1,50Euro) weniger in der Tasche, liefen wir durch die Gassen der Altstadt wobei mir dieses Prachtstück auffiel.
Endlich kamen wir zum Ziel unseres Fußmarsches, das Capitolio welches dem in Washington nachempfunden ist. Man spricht hier auch vom Wahrzeichen von Havanna. Im Inneren befinden sich eine der größten in einem Gebäude untergebrachten Statuen der Welt, die 14 m hohe „La República“.
Der Mittelpunkt der Kuppel gilt als Nullpunkt von Havanna, dies ist der Punkt, wovon alle Entfernungen innerhalb Kubas gemessen werden. Hier schön zu sehen mit der kubanischen Flagge.
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Die Kubanische Flagge: Die Flagge wurde zusammen mit dem Staatswappen 1849 von Miguel Teurbe Tolón entworfen. Die Nationalflagge Kubas besteht aus einem weißen, fünfzackigen Stern in einem roten, gleichwinkligen Dreieck, das von der linken Flaggenseite in die blaue und zwei weiße Streifen übergeht. Das Dreieck soll Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit symbolisieren, die rote Farbe das vergossene Blut der kubanischen Freiheitskämpfer. Während die blauen und weißen Streifen für die kolonialzeitlichen Provinzen Cubas stehen, soll der weiße Stern den Weg in die Freiheit weisen.
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Hier noch einmal ein Bild von dem kompletten Gebäudekomplex
Wir kauften in der Mittagshitze ein Wasser und pausierten kurz in einem nahe gelegenen Park wobei wir Zeuge eines für uns Europäer unglaublichen Schauspiels wurden. Ich nennen es „Der Run auf den GuaGua“. GuaGua ist die cubanische Bezeichnung für die Busse, welche in den Städten verkehren. Der Name kommt daher, dass sie vor einigen Jahren von den Briten alte Busse geschenkt bekommen haben, welche beim Anlassen ein „GuaGua“ Geräusch machten (ausgesprochen „gwagwa“). Ich erkläre kurz das Schauspiel: Ein vollkommen überfüllter Sattelschlepperbus, an dem die Menschen schon zur Tür raus hingen, hielt kurz an der Kreuzung weil wartende Fahrgäste am Straßenrand standen. Wir beobachteten mehrere Minuten das Schauspiel, wie man verzweifelt versuchte, noch in diese Bus rein zukommen, oder zumindest sich dran zu hängen. Nach etwa 15 Minuten schalteten sich zwei Polizisten ein, welche dies ebenfalls beobachtet hatten. Es sei nicht möglich, dass der Bus weiterfährt, solange die Menschen raushängen. Da hilft alles nichts, die Leute müssen rein. Letztendlich haben Polizisten und Passanten gleichermaßen geholfen, die Fahrgäste in die Türen rein zuquetschen, sodass zumindest die Türen noch zugingen. Ob ihr es glaubt oder nicht, alle Personen, die hier auf dem Bild noch vor dem GuaGua stehen, sind mit in den Bus gekommen. Es war wirklich für die Verhältnisse, die man hier aus Europa, besonders aus Deutschland, kennt, unglaublich…
Wir liefen noch etwas in der Altstadt rum und tauchten Nachmittags wortwörtlich im Pool des Hotels unter, weil es sonst einfach zu heiß wurde.

Am Tag darauf stand ein Besuch der Zigarrenfabrik „Partagas“, welche sich direkt hinter dem Kapitol befindet, auf dem Plan. So ein Besuch ist bei einer Cubareise ein „Must have“ und auf jeden Fall empfehlenswert, da man sonst nie Eindrücke bekommt, wie Zigarren traditionell hergestellt werden. Wie das Schild auf dem Dach des alten Gebäudes vermuten lässt, ist diese Fabrik seit 1845 in Betrieb und in der Produktion von den angeblich besten Zigarren der Welt immer noch genauso altertümlich eingestellt.

Im Eingang dieser „Fabrik“ fand ich eine Büste des wahrscheinlich größten Nationalhelden Cubas vor, die Büste von José Martí, nachdem auch der internationale Flughafen von Havanna benannt ist. Dieser Mann wird wohl noch mehr verehrt, als Ernesto Guevara Serna, bekannt als Che Guevara.
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José Martí: Der aus Havanna stammende ist die herausragende Figur der kubanischen Unabhängigkeitsbewegung der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er hat sich auch als Autor diverser politischer Schriften, Essays und Romane hervorgetan und einige Theaterstücke sowie bewegende Lyrik verfasst. Der Text des berühmten Liedes „Guantanamera“ stammt aus seiner Feder. Als sich Martí im Alter von 16 Jahren mit der Zeitschrift „Patria Libre“ für den Unabhängigkeitskampf Cubas einsetzte, wurde er von der spanischen Kolonialregierung zu Zwangshaft verurteil und 1871 nach Madrid deportiert. Dort konnte er sein Jura- und Philosophie-Studium abschließen. Nach Reisen durch Mexiko, Guatemala und Venezuela kehrte er 1878 nach Cuba zurück, von wo er ein Jahr später wegen seiner politischen Aktivitäten wieder nach Spanien exiliert wurde. Von 1881 an lebte Martí in New York. Seine in der argentinischen Zeitung „La Nación“ regelmäßig erscheinenden Artikel machten ihn in ganz Lateinamerika bekannt. Zwischen 1878 und 1882 entstanden die metaphorisch und rhythmisch nuancierten Gedichtsammlungen „versos libres“ und „Ismaelillo“. Im Jahre 1891 erschienen die noch stärker autobiographisch ausgerichteten „Versos sencillos“. Ab 1884 widmete siche Martí der Vorbereitung einer Invasion auf Cuba und nahm mit Kämpfern des Unabhängigkeitskrieges wie Máximo Gómez und Antonio Maceo Kontakt auf. Vor allem in diesen Briefen sowie in den zahlreichen Essays spiegelt sich sein politisches Denken wider. Sein Hauptanliegen galt dem Kampf gegen Ungleichheit und Ungerechtigkeit, der Befreiung Cubas durch die USA und der Zusammenfassung aller politischen Kräfte. Mit der Gründung der Revolutionären Partei Cubas (Partido Revolucionario Cubano) 1892 versuchte er, diese Vorstellungen umzusetzen. Begleitet von Máximo Gómez traf er am 11. April 1895 auf Cuba ein. Nur einen Monat später fiel er im Kampf bei Boca de Dos Ríos. José Martí wird noch heute als Nationalheld verehrt.
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Wir machten eine Führung durch diese Fabrik und wurden Zeugen, wie hoch der Qualität dieser Zigarren ist. Anschließend besuchten wir noch kurz den Laden der Partagas Fabrik, wo man schnell einmal 100Euro dort lässt ;)

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Königin der Zigarren: Nirgendwo auf der Welt sind die Vorraussetzungen für die Tabakpflanze so ideal wie in Vuelta Abajo in der Provinz Pinar del Río im Westen Kubas. Im dortigen Distrik El Llano befinden sich die besten Anbaugebiete mit der berühmten roten Erde und einem optimalen Klima. Zwischen Vuelta Abajo und der Provinz Havanna liegt die Semi Vuelta, deren Tabak gröber in seiner pflanzlichen Struktur und stärker in seinen Aromen ist. Dagegen sind die Tabake des Anbaugebietes Partido in der Provinz Havanna, etwas nordöstlicher gelegen, von feinerer Qualität und erfüllen so die für die Export-Havannas erforderlichen hohen Ansprüche einer handgerollten Zigarre. Die zwei weiteren Tabakregionen Remedios in der Mitte der Insel und Oriente im äußersten Osten sind für die Premiumqualitäten nicht von Bedeutung. Die Saison beginnt im Juni-August mit der Bestellung des Ackers. Etwa 45 Tage nach dem Einsäen (Oktober bis Januar) werden die Schösslinge, mittlerweile 15 bis 20cm hoch, auf die Felder der Vegas (Farmen) versetzt. Die Corojos werden unmittelbar nach dem Einpflanzen mit Glanztüchern (tapados) überspannt, so dass die Tabakpflänzchen im Schatten wachsen und dadurch die für das Deckblatt erforderliche Geschmeidigkeit und ein ebenmäßiges Aussehen gewährleistet sind. Die Coriollo setzt man dagegen der Sonne aus. Ihre Blätter entwickeln hier eine Vielfalt von Geschmacksrichtungen, wie es für die Um- und Einlageblätter einer vollendete Havanna-Mischung erforderlich ist. Nach Schnittetappen sortiert kommen die geernteten Blätter der Tabakpflanze in die Casas del Tabaco, die in unmittelbarer Nähe der Felder stehen. In diesen gut belüfteten Schuppen werden die Tabakblätter zum Trocknen an der Luft (air curing) paarweise an Stangen gehängt. Um die Tabakblätter vor der heißen Mittagssonne zu schützen, sind die Trockenschuppen so gebaut, dass die beiden Tore gegen Osten und Westen gerichtet, nur die Strahlen der tiefsten Morgensonne und Abendsonne hereinlassen. Um Temperatur und Feuchtigkeit in Grenzen zu halten, wird der Tabak regelmäßig vorsichtig befeuchtet und belüftet. Da die Reifung sehr umfangreiche Kenntnisse und Erfahrung erfordert, müssen die Vergueros diesen komplizierten Prozess täglich kontrollieren und von speziell ausgebildeten Fachleuten beraten werden. In der Tabakfabrik angekommen beginnt die höchst aufwendige Herstellung der Puros, wie die Zigarren auch genannt werden. Die Deckblätter, Um- und Einlageblätter werden äußerst vorsichtig behandelt, bevor sie der Torcedor, der Zigarrenmacher, zur Zigarre rollt. Einem besonderen Befeuchtungsprozess erfolgt das Halbieren der Blätter und erneutes Aussortieren nach Größe, Farbe und Struktur. Der Mischmeister stellt nach streng gehüteten Geheimrezepten die Mischung für die Zigarre zusammen, und so gelangen die Blätter, wieder in Bündel sortiert, auf den Arbeitsplatz des Zigarrenrollers. Für den Aufbau einer Zigarre gibt es feste Regeln: Zuerst entsteht der sog. Wickel, der sich aus der Einlagemischung und dem Umblatt zusammensetzt. In einem aus zwei Hälften bestehendenHolzmodell, in dem zehn Mulden in Zigarrenform angebracht sind, werden die Wickel nun gepresst. Anschließend werden sie in die hochwertigen Deckblätter eingerollt und am Zigarrenende mit einer Kappe versehen.
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Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Plaza de la Revolución. Ein weiterer Pflichtbesuch, wenn man in Havanna ist, meiner Meinung nach ist dieser Platz aber nichts Besonderes.

Am nächsten Tag stand einfach nur Relaxen auf dem Plan. Unser Hotel hat ein Angebot zum Club Habana, ein exklusiver Strandclub mit Swimming Pool und alles, was das Herz begehrt. Hier mal die typische Urlaubsaussicht ;-)
Am Tag darauf machten wir uns noch mal auf den Weg in die Innenstadt, um das Revolutionsmuseum zu besuchen. Auf dem Weg dorthin kamen wir ein weiteres Mal am Capitolio vorbei und wie man auf diesem Bild gut erkennen kann, wird in Kuba alles verwendet, was zwei Räder oder mehr hat. Auch die alten Schulbusse von den Amerikanern finden hier noch Verwendung. Einige von euch wird jetzt der nagelneue Audi ein wenig schockieren, der dort breit in der Straße steht, keine Angst, das ist nur ein Mietwagen, zu erkennen an dem braunen Kennzeichen.
Vor dem Museum geparkt, die Namensgeber des GuaGua’s, auch wenn es nicht so aussieht, immer noch im Einsatz
Und hier ein schönes Trio der 50’er Autos
Diese Autos sind einfach der Wahnsinn, und sie fahren immer noch. Die Kubaner sind gezwungen, die Ersatzteile selber zu machen, vielleicht ist auch dass der Grund, dass die Autos immer noch fahren.
Ein Plymouth mit einem Plakat in Erinnerung an José Martí im Hintergrund
Ein alter Panzer vor dem Revolutionsmuseum
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Die Kubanische Revolution (1953 – 1959): Die Geschichte der Kubanischen Revolution begann am 26. Juli 1953 mit der Niederlage einiger Rebellen beim Sturm auf die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba. Eine Reihe unglücklicher Umstände verhinderte einen Überraschungserfolg der wenigen und ausgerüsteten revolutionären Studenten und Intellektuellen, unter ihnen der 27jährige Fidel Castro Ruz. Den Überlebenden wurde der Prozess gemacht, dessen Öffentlichkeit Castro zu seiner berühmt gewordenen Verteidigungsrede nutzte: „Die Geschichte wird mich freisprechen“. Sein Weg führte jedoch zuerst auf die Gefängnisinsel Isla de los Pinos (Isla de la Juventud) und nach einer Amnestie 1955 ins mexikanische Exil. Dort gelang es ihm, zusammen mit anderen Oppositionellen, u.a. seinem Bruder Raúl, denen sich auch der argentinisch Arzt Erneste Che Guevara anschloss, die nach dem Datum des Moncada-Anschlags benannte „Bewegung des 26. Juli“ zu gründen, die Keimzelle der Kubanischen Revolution.
Revolution (1956 – 1959): Mit der alten, überladenen und lecken Yach „Granma“ strandeten 82 unzureichend ausgerüstete Revolutionäre am 2. Dezember 1956 im Osten Kubas. Die meisten wurden von Regierungstruppen getötet. Nur zwölf von ihnren, darunter Che Guevara und die Brüder Castro, gelang es, sich in kleinen Gruppen in die Sierra Maestra durchzuschlagen, wo sie allmählich und mit Unterstützung der Bauern einige Anhänger fanden. Auf der ganzen Insel wuchs 1957 der Widerstand gegen das Batista-Regime. Als Batista 1958 mit militärischer Gewalt, die sich auch gegen die Zivilbevölkerung richtete, die Rebellenbewegung vernichten wollte, war die Zeit reif für eine landesweite Revolution. Während sich die Zahl der Guerilleros, auch aus den Reihen der Soldaten, vergrößerte und die Präsidentschaftswahlen vom November 1958 boykottiert wurden, gelang den Revolutionären die Eroberung der Insel von Osten nach Westen. Nachdem Batiste unter Mitnahme der Staatskasse in der Silvesternacht geflogen war, verhinderte ein Generalstreik die Machtübernahme des Militärs. Der triumphale Einzug der Revolutionäre unter Fidel Castro am 8. Januar 1959 in Havanna war der Höhepunkt der kubanischen Revolution.
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Am nächsten Tag ließen wir es etwas ruhiger angehen und besuchten die Hafeneinfahrt von Havanna und somit auch gleichzeitig den Malecón, die mehrere Kilometer lange Uferpromenade von Havanna.

Eine alte Kanone, mit der man früher versucht hat, die Seeräuber und andere Angreifer, welche über den Wasserweg kamen, vor der Stadt abzuwehren.
Dieses Motiv könnte auch von einigen Postkarten bekannt sein, Blick entlang des Malecóns.
Am Samstag, dem 13. August (gleichzeitig auch Fidel Castro Ruz’ Geburtstag) war es so weit, der erste Inlandsflug stand an. Es sollte ein Badeausflug nach Cayo Santa Maria werden, bzw. der Flug geht nach Cayo Las Brujas. Das ist eine kleine Inselkette, welche mittig im Norden von Kuba liegt, nahe dem bekannten Badeort „Cayo Coco“. Zu noch ganz unmenschlicher Zeit wurden wir mit einem Bus von unserem Hotel abgeholt und zu dem kleinen Provinzflughafen von Havanna „Playa Baracoa“ gefahren, welches der Hauptsitz von Aerogaviota ist. Dort haben wir eingecheckt und durften auch nach nur kurzer Wartezeit die ATR 42-500 betreten. [IRONIE] Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie ich mich gefreut habe, mit einer ATR zu fliegen…[/IRONIE aus]
Pünktlich zum Sonnenaufgang waren wir dann auch schon in der Luft und unsere ATR brummte nach Cayo Las Brujas
Hier sieht man den Flughafen von Varadero und die im Sonnenaufgang liegende, dazugehörende Halbinsel Varadero.
Sonnenaufgang über den Tabakplantagen, Zuckerfeldern und was weiß ich was noch alles Angebaut wird.
Angekommen in Cayo Las Brujas, ein ziemlich neuer Airport.
Der Tag verlief dann so, dass wir in ein All Inclusive Resort gebracht wurden, dort ein Hotelzimmer hatten, uns umgezogen haben und anschließend in ein Mangroven-Gebiet gefahren sind, um dort mit einem Jetski ähnlichen Mini-Motorboot durch besagte Gebiete zu düsen und an einem Riff zum Schnorcheln und Tauchen zu gehen. Nachmittags verbrachten wir die meiste Zeit am türkis blauem Meer und an einem sehr schönen Sandstrand. Abends ging es dann mit der wunderschönen ATR wieder zurück nach Baracoa.

Kaum waren wir Airborne, scheinbar auf einer visual departure route, fliegt unser PIC eine sehr enge Kurve, sodass ich noch mal ein Blick auf das Gebiet werfen konnte, wo ich zuvor noch mit dem Jetski durchgedüst bin.

Mir ist die Tage zuvor schon aufgefallen, dass die Sonnenuntergänge in der Karibik ein wenig anders sind, als wir sie von Europa kennen. So kam ich auf die Idee, Abends noch am Strand vorbeizuschauen, welcher sich nicht weit weg von unserem Hotel in Miramar befindet und dort hauptsächlich die Einheimischen baden. Entschuldigt die vielen Bilder, aber der Sonnenuntergang war schlichtweg Atemberaubend.
Die Farben am Himmel wurden immer wilder und eindrucksvoller…
… bis die Sonne ganz weg war und nur noch Himmel und Wolken ein wenig angestrahlt wurden
Am Tag darauf war es endlich mal ein bisschen Bewölkt, sodass man nicht ununterbrochen der prallen Sonne ausgesetzt war, diese Zeit wollte ich nutzen, um ein bisschen durch Havanna und am Malecón entlang zu gehen, und was macht man, wenn man durch Havanna geht ? Richtig, alte Autos fotografieren :-)
Hier mal ein Blick die Straße entlang und der etwas heftigen Überland-Stromleitung.
Ein GuaGua, und sie fahren doch !
Ein Supermarkt. Dazu muss ich ein bisschen was erklären: In Kuba gibt es nicht Supermärkte, so wie wir sie kennen, nein, dort sind sie ganz anders. Auf Kuba gibt es zwei Währungen: Den Peso und den Peso Convertible. Den Peso Convertible haben nur die Touristen oder die „reichen“ Kubaner (ja, so etwas gibt es auch) und in diesen Supermärkten kann man auch nur mit dem Peso Convertible einkaufen. Jetzt ist so ein Supermarkt voll mit elend langen Regalen, nur sind diese Regale meist nicht Gefüllt. Auf Kuba herrscht Lebensmittelknappheit, und das merkt man in so einem Markt sehr wohl. Vereinzelt zwei, drei Packungen Kekse, ein paar Flaschen Wasser und „Fiesta Cola“. Eventuell sogar noch mit bisschen Glück Tiefkühl-Hühnchen. Generell besteht das Essen aus Kuba aus Huhn mit Reis und Bohnen, Huhn mit Bohnen und Reis, Reis mit Huhn und Bohnen, Bohnen mit Huhn und Reis usw. Am Ausgang eines jeden Supermarktes stehen eine Art Wächter, die die Einkäufe und den Kassenzettel kontrollieren. Als „normaler“ Kubaner bekommst du vom Staat Lebensmittelmarken womit du ein bisschen Wasser und Brot kaufen kannst.
Back to the bussines…
In Kuba wird alles als Transportmittel/Bus benutzt, was 2 oder mehr Räder hat. Das Verkehrssystem ist katastrophal, weswegen man an jeder Kreuzung, an jeder Ecke und jeder Straße Leute stehen sieht, die versuchen, auch nur irgendein Auto anzuhalten, um damit günstig mitzufahren, da die meisten Taxis für die Kubaner zu teuer ist und die Busse überfüllt sind. So kann es übrigens auch passieren, dass man eine Stunde an einer Bushaltestelle steht, zusammen mit 50 anderen Kubanern. Plötzlich springen Kinder und Frauen auf und rufen „GuaGua GuaGua!!“, dieser GuaGua geht aber genauso schnell, wie er kommt, er düst mit 80km/h an der Haltestelle vorbei. Da heißt es Ruhe bewahren und weitere 60 Minuten warten…
Was ganz Neus, Altes Auto UND altes Haus ;)
Ja, auch in diesem Haus leben noch Menschen…
Okay okay, mit dem Auto wird jetzt aber echt nicht mehr gefahren, was für eine Verschwendung ! ;-)
Am Malecón angekommen sind ein paar kleine Kubaner-Kinder ins Wasser gesprungen, das Wasser war allerdings voll mit Öl. Wie auch immer, sie haben es selbstständig geschafft, die Wand wieder hoch zu klettern, Respekt !
Kuba ist ein Polizeistaat, das merkt man schon nach kurzer Zeit, an jeder Ecke und in jeder Straße steht ein altes Polizeiauto oder ein Polizist an seinem Motorrad gelehnt. Auch hier entgeht dem Auge des Gesetzes nichts.
Ich habe die Zeit ein weiteres Mal genutzt, um ein paar Sonnenuntergangsbilder zu machen, dieses Mal am Malecón.
Ja und das ist eines der vielen alten Häuser, welche am Malecón stehen, aber mit der Zeit jetzt renoviert werden sollen, sagt zumindest der Staat. Auch in diesem Haus leben Leute, um genau zu sein der Vater und seine Tochter welche zwei Bilder weiter oben im Sonnenuntergang zu sehen sind.
Abends ist der Malecón Treffpunkt für alt & jung, dort ist eigentlich immer was los, kann ihnen aber nicht verübeln, bei der schönen Stimmung.
Dieses Bild gefällt mir auch sehr gut, kurz nach sunset in einer Straße nahe des Malecón’s aufgenommen
Neuer Tag, neuer Flug. Kurz die Vorgeschichte: Am Samstag auf dem Rückflug von Cayo Las Brujas saß ich in der ATR drin und hab mir gedacht, dass es das nicht sein kann, ich bin in Kuba und fliege mit einer ATR. Beim Reiseführer informiert bekam ich die Auskunft, dass die Agencia de Viajes (Reisebüro) von Aerogaviota auch Sonntags geöffnet hat. Also nahm ich mir ein Taxi und ließ mich zu diesem Gebäude fahren. Da die Kubaner sehr hilfsbereit sind, bot mir der Taxifahrer an, den Zähler zu stoppen und zu warten, bis ich fertig bin. In dem „Büro“ (es war eher ein kleiner dunkler Raum mit Tisch und Telefon) sagte man mir, man könne mir auch nicht helfen, gab mir aber eine andere Adresse. Ich erklärte dem Taxifahrer mein Hobby während wir zum nächsten Büro fuhren. Als ich ihm erklärt habe, dass ich gerne Mil-Mi 8 von Aerogaviota fliegen würde, erzählte er mir, dass er früher 14 Jahre lang Militärpilot für Kuba in Angola gewesen sei und selber die Mi 8 geflogen hat. Gut, in Kuba erzählt dir jeder so was, man trifft Chefköche, Hotelmanager und alle haben sie einen Freund in Frankfurt oder eine Freundin in Hamburg. Aber wie auch immer, unserem Taxifahrer, Pepe el Piloto, konnte ich die Story glauben, Dinge, die er mir erzählt hat, kann man nur wissen, wenn man selber die Teile geflogen hat. Wie auch immer, angekommen am nächsten Büro standen wir vor verschlossenen Türen. Als wir wieder aufbrechen wollten fuhr ein Auto aus der Einfahrt und drin saß ein Pilot von Aerogaviota. Zufälliger Weiße war dieser Pilot ehemaliger Kollege meines „Pepe el Piloto“ bei der Mi 8 in Angola und die beiden haben sich schon seit mehreren Jahren nicht gesehen. Auf alle Fälle gab der uns eine weitere Adresse, welche uns wieder einmal in die Calle 23/La Rampa führte, in das große Hochhaus-Hotel „Habana Libre“. Auch dort habe ich zum X-ten mal meine Story erzählt, dass ich gerne Antonov fliegen würde. Man verwies mich auf das Routing nach Cayo Largo und machte mir das Angebot, ich könne auch ein Tag vor Abflug anrufen, und sicherstellen, dass was Russisches auf dem Routing fliegt.

So kommt es, dass ich zwei Tage später ein weiteres Mal in aller Hergottsfrüh am Flughafen von Baracoa stehe und mich durch die Sicherheitskontrolle schleusen lasse. Und endlich kam das, auf das ich die ganze Zeit gehofft habe, ich konnte in die Antonov 26 einsteigen. Ganz traditionell über die Frachttür im Leitwerk.

Als Erstes viel mehr der starke Russengeruch und der Geruch nach alten Metall, wie man ihn aus Museumsflugzeugen kennt, auf. Anschließend die nicht vorhandene Sitzplatzbezeichnung (juhu „free seating“) und die wenige 3 Fenster in der gesamten Kabine. Also war es relativ finster. Ich beeilte mich einen Fensterplatz zu bekommen. Während wir die 5 Meter zu Startbahn rollten, wurde ich von einer 1-2 Meter großen Stichflamme überrascht, welche für ein paar Sekunden aus dem Triebwerk kam. Ich dachte mir aber nichts weiter dabei und ging davon aus, dass das normal sei, zumindest bei einer Antonov. Zumindest war in der Zeit auch die sonst so dunkle Kabine etwas erleuchtet ;) Nach 40 Minuten Flugzeit und dem schönen Lärm der Props sind wir im Anflug auf Cayo Largo, einer der schönsten Bade- und Tauchorte der Welt.
Bei der Maschine ließ ich es mir nicht nehmen, nach der Landung kurz mal ins Cockpit zu sehen
Achtung!!: Ich suche Informationen zu dieser Maschine. Wir sind mit der CU-T1235 geflogen, es ist eine Cubana Antonov 26, wird aber operated von Aerogaviota. Ich finde nirgendwo Infos zu dieser Maschine. Weder im JP noch bei A.net und Co. Wenn jemand Informationen darüber hat (Herkunft, Alter usw.) so soll er sich doch bitte bei mir melden, mich würde das sehr interessieren.
Ansonsten hat sich in Cayo Largo scheinbar auch einiges verändert, weitere abgestellte Flugzeuge konnte ich nicht erkennen, mit dem Fotografieren sieht es auch dort nicht mehr so rosig aus. Tagsüber waren vereinzelt mal eine Antonov 26 von Aerogaviota im Anflug oder ein kleiner Embraer-Prop. Daher empfehle ich bei einem Aufenthalt, der nicht länger als einen Tag dauert, eher baden zu gehen, anstatt sich irgendwo an den Flughafen zu stellen.

Der restliche Tag war dann mal wieder ein reiner Badeurlaub. Mit unseren kleinen Gruppe (hauptsächlich aus Spaniern bestehend) betraten wir ein kleines Schiff, nachdem wir eine Schildkrötenfarm besucht haben. Wir legten nach kurzer Fahrzeit an einer Insel an, wo man Leguane in freie Wildbahn zum Greifen nah hatte. Anschließend ging es in ein „piscina natural“ (ein natürliches Schwimmbad). Wie sich später rausstellte, eine Sandbank im Meer. Dort konnten wir dann 45 Minuten schwimmen.

Anschließend fuhren wir weiter aufs Meer hinaus zu einem Korallenriff wo wir eine Stunde zum Tauchen und Schnorcheln hatten. Die Artenvielfalt dort ist schon sehr beeindruckend und ein Korallenriff hat eine Atemberaubende Unterwasserlandschaft. Währendessen hatte man an Board auch die Möglichkeit, ziemlich preisgünstig für 10USD frische Languste zu Essen, herrlich ! Später wurden wir zu einem, wie schon erwähnt, angeblich schönsten Badestrand der Welt gefahren. Der Sand ist hier weiß und so fein wie Mehl, deswegen erhitzt er sich auch nicht und ist angenehm kühl.
Bis Abends hatten wir Zeit, in dem 30° warmen Meer zu Schwimmen oder auch nur am Strand zu liegen.
Später fuhren wir zum Flughafen von Cayo Largo zurück, wo wir erfuhren, dass unser Rückflug 2 Stunden Verspätung hat, also zurück in ein Café
Dort hatten wir dann die Zeit, den Sonnenuntergang etwas zu genießen
Nach der nächtlichen Landung machte ich noch mal ein Bild von unserer Luftkutsche, tut mir leid aber es war sehr dunkel daher auch etwas verwackelt. Ich möchte noch erwähnen, dass die Antonov keine Klimaanlage hat, sondern einfach Schlitze in der Kabinendecke, durch die „frische“ Luft von außen kommt. Dadurch ist es natürlich am Boden unerträglich heißt und sie hat auch keine Druckkabine, d.h. sie kann nicht sonderlich hoch fliegen. So zu fliegen ist wirklich Abenteuerlich.
Am darauf folgendem Tag stand gleich der nächste Flug auf dem Plan, dieses mal sollte es auf die Isla de la Juventud (Insel der Jugend) nach Nueva Gerona gehen. Nachdem ich bei dem kubanischen Sicherheitswahn meinen Gürtel ein drittes Mal ausgezogen habe, durfte ich auch endlich das Flugzeug, eine AN24 betreten.
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Isla de la Juventud: Bei seiner zweiten Reise in die Neue Welt soll Kolumbus 1494 auf der Insel gelandet sein und ihr den Namen Evangelista gegeben haben. Da sie weder über Goldvorkommen verfügte, noch besonders günstig lag, geriet sie lange Zeit in Vergessenheit. Nur Piraten und Freibeuter kamen immer wieder hierher, worüber es einige Geschichten gibt, die angeblich auch dem Verfasser des Romans „Die Schatzinsel“, Robert Louis Stevenson, zu Ohren gekommen sein sollen. Erst im Jahre 1830 wurde die Siedlung Nueva Gerona gegründet. Später machten sich die spanischen Kolonialherren die abgeschiedene Lage der Insel zunutze, indem sie Verbannte hierher schickten, so auch den kubanischen Freiheitshelden José Martí. Als 17jähriger geriet er auf der Finca El Abra in Haft, bevor er im Januar 1871 nach Spanien verbannt wurde. Auch in der Hauptstadt ließ der Direktor Machado im Jahre 1928 das riesige Zuchthaus Presidio Modelo bauen, in dem 1953 auch Fidel Castro und 25 seiner Mitstreiter nach dem gescheiterten Angriff auf die Monccada-Kaserne landeten. Nach dem Sieg der Revolution begann man damit, die Insel urbar zu machen. Tausende von Jugendlichen kamen zu diesen „freiwilligen“ Arbeitseinsätzen auf den Plantagen. Als Anerkennung dafür erhielt sie 1978 auch offiziell den Namen Isla de la Juventud. Mehr als 60 Schulen und Hochschulen wurden eröffnet, in denen in den besten Zeiten 20.000 Jugendliche studierten, meist aus Afrika, Lateinamerika (Nicaragua) und Asien (Nordkorea). Seit Beginn der Spezialperiode mussten wegen der schwierigen Versorgungslage einige Schulen geschlossen werden, im Jahre 1990 lebten und arbeiteten nur noch etwa 8.000 Studenten hier.
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Ich war sehr überrascht, dass hier tatsächlich an fast jedem Sitzplatz ein Fenster ist und es sogar Sitzplatzbezeichnungen gibt, nur hält sich daran eigentlich niemand.

Nach 20 Minuten Flugzeit haben wir die Insel erreicht. Aus der Luft sah ich bereits einen Airport und rätselte, was das für einer sein könnte. Nueva Gerona ? Nein, das kann nicht sein, dazu sind wir viel zu hoch. Doch, es war Nueva Gerona, hier ein Bild während des Anfluges, man sieht schön, was für einen steilen Winkel wir hatten.
Dieses Kabinenfoto ist mir etwas besser gelungen, klar, war auch heller. Nach nur 25 Minuten haben wir den Flughafen von Nueva Gerona erreicht.
Am Flughafen bot uns jemand ein Taxi in die Stadt für 3 Pesos an, nach 10 Minuten kam dann sein muchacho. Das Taxi kostete zwar 5 Pesos, aber das ist immer noch sehr günstig. Während wir warteten, war mir etwas langweilig, und was macht man in Kuba, wenn einem langweilig ist ? Genau, alte Autos fotografieren ;) Sie sind einfach prächtig !
Ein sehr schöner Lieferwagen, nur ein bisschen mehr Farbe würde ihm gut tuen.
Die Tankstelle… äh quatsch der Flughafen von Nueva Gerona
Früher gab es mal eine Terrasse, von der aus man einen sehr guten Blick auf das Vorfeld hatte und ggf. auch noch einiges fotografieren konnte. Heute hat sich das alles erledigt, es gibt keine Terrasse und sowieso nur 2, 3 Flugbewegungen am Tag, und das ist meist immer die Gleiche Maschine, welche das Routing nach Havanna fliegt. Ansonsten darf man nicht mal in die Nähe des Flughafenzaunes gehen und auch aus dem Sicherheitsbereich ist kein Fotografieren möglich.
Nachdem wir etwa 10 Minuten mit einer Schrottkarre über Stock und Stein gefahren sind, kamen wir auch schon in der Innenstadt an, und machten mit dem Taxifahrer aus, dass er uns in 2 Stunden hier wieder abholt.
Das Dorf mag noch so klein sein, auf den Straßen ist immer was los !
Ein Lastwagen pumpt seine Abgase in die Umwelt, natürlich saß niemand drin. Aber die Deutschen regen sich über „Feinstaub“ auf, ich versteh’s nicht…
Bei dem schönen Bild möchte ich noch erwähnen, dass die Straßen von Kuba, speziell von Havanna immer einen kleinen Grundgehalt an Abgasen haben. Dass man mal einen Schlag frische Abgase von einem Lastwagen ins Gesicht bekommt ist normal, vor allem beim Taxi fahren ziehen diese schwarzen Rauchschwaden regelmäßig durchs Auto. Abends im Hotelzimmer angekommen stinkt man dann immer nach einer Mischung aus Benzin, Öl, Abgase, Dreck und beim Fliegen noch nach Kerosin.
Jetzt werden sich sicherlich Einige denken, „Warum ist er in der Innenstadt von Nueva Gerona und fotografiert nur alte Autos und Häuser ?“ Naja, das liegt ganz einfach daran, dass es dort nichts Anderes gibt. Ach doch, eine Kirche konnte ich entdecken, hier bitte:
Unser Taxifahrer war zuverlässig und holte uns wieder ab, nachdem wir in einer Pizzaria zu Mittag gegessen haben. 2 Getränke und 2 große Pizze für insgesamt 5 Pesos (4,50Euro), da kann man nicht meckern. Wir flogen wieder die 25 Minuten zurück nach Havanna, hier ein Bild von dem optisch sehr ansprechenden nationalen Terminal des José Martí Flughafens.
Am vorletzten Tag unserer 2-Wöchigen Reise besuchten wir noch mal einen Souvenirmarkt am Malecón wo man auch diese kleinen Freunde kaufen konnte
Und viiieeele, teils sehr gute, Gemälde
In einem Supermarkt konnten wir noch günstig Rum kaufen (1l Havana Club für ca. 5 Euro) und verbrachten den weiteren Tag am Pool.
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Hochprozentiger Genuss: Da der Rum ein Nebenprodukt der Zuckerherstellung ist, war seine Verbreitung auch eng mit dem Aufstieg des Zuckerrohrs verbunden. Grundlage für die Rumherstellung ist Melasse, ein Abfallprodukt der Zuckerproduktion: Durch Pressen und mehrfaches Sieden wird ein dickflüssiger Zuckerrohrsaft gewonnen, der zum Abkühlen in Formen gegossen wird. Dabei kristalliert an der Oberfläche der Rohzucker aus, während sich am Boden die sirupartige Melasse absetzt. Dieses Nebenprodukt enthält noch ausreichend Zucker, um bei Vergärung – ursprünglich nur durch Sonneneinstrahlung, heute durch Zusatz von speziellen Hefen – Alkohol zu bilden, der durch Destillation und diverse Reinigungsverfahren zu Aguardiente (Branntwein) wird. Dieser reiner Zuckerrohrschnaps kann bis zu 75% Alkohol enthalten. Über Aroma und Qualität entscheiden jedoch neben Anbau und Sorte des Zuckerrohrs vor allem die Lagerung: Der ursprünglich farblose Rum wird in Holzfässer – meist Eichenfässer – gefüllt, wodurch er je nach Dauer der Lagerung und der Beschaffenheit des Holzes seine charakteristische goldbraune Färbung und sein Aroma erhält. Als eines der größten Geheimnisse wird von jeder Destillerie das Rezept gehütet, nach dem beim abschließenden Blending die verschiedenen Rumjahrgänge und –sorten verschnitten werden.
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Ja ich weiß, es nervt, aber noch ein letztes Mal wollte ich den Sonnenuntergang am Meer genießen ;-)

Und auch hier stand mitten am Strand noch ein kleines Prachtstück
Am nächsten Tag warteten wir um 12 Uhr in der Hotellobby auf unseren Transferbus, der uns nach Varadero fahren sollte. Nachdem um 12 noch niemand da war, erhielten wir die Auskunft, er komme um 12.15. Auch um 13.15 Uhr war noch keiner da, aber man organisierte uns ein Taxi, dass wir nicht bezahlen mussten. So fuhren wir 1 ½ Stunden nach Varadero zurück, unterwegs aufgehalten von Pferden, Kontrolleuren und starken Regenschauern. Nachdem der Check In nach über 1 Stunde auch überstanden war (dank Stromausfällen und einem nicht funktionierenden Gepäckband) konnte ich ein Blick auf unser Flugzeug für den Rückflug werfen.
Ein Nachtflug stand an, nur wusste ich schlichtweg nicht, ob ich bei dem 74cm kurzen Sitzabstand meine Beine im Gepäckfach über mir oder unter dem Sitz vor mir verstauen sollte. Dagegen sollte LTU dringend was tuen, das ist nicht auszuhalten. Der Service war auch hier mehr oder weniger gut, abgesehen davon, dass zu beginn das Entertainmentsystem nicht funktionierte und man den Computer einige Male „reseten“ musste.

Kuba ist ein sehr interessantes Land und die Leute meist freundlich und hilfsbereit. Es ist ein geeignetes Ziel, wenn man einfach nur am Strand liegen möchte und ausspannen, oder aber auch wenn man mehr über Geschichte und Sehenswürdigkeiten erfahren möchte. Alleine zum Fotografieren von Flugzeugen würde ich hier allerdings nicht herfahren, da es, wie schon geschildert, sehr schwierig ist. Ein paar Inlandsflüge kann man allerdings zu angemessenen Preisen schon unternehmen.
Ich würde auf alle Fälle sehr gerne bald mal wieder nach Kuba fliegen.

Jetzt hab Ihr es geschafft, ich weiß es war viel, aber dafür habt Ihr jetzt wieder ein Jahr Ruhe vor mir ! ;-)

Vielen Dank für’s Lesen, über Feedback freue ich mich natürlich.