Ein freundliches Hallo in die Runde,

am Dienstag hatte ich die Möglichkeit, einen Ausflug zu machen, von dem ich schon lange geträumt hatte, aber nie erwartet habe, dass er jemals wahr wird. Aber fangen wir von Anfang an. Am Montag Abend gegen 23 Uhr erhielt ich von Markus Wisler (alias Wisi) eine SMS, mit dem Inhalt er sei gerade in München und würde morgen Nachmittag mit der Excel-S nach Düsseldorf fliegen. Wenn ich Zeit und Lust habe, so solle ich mich doch bei ihm melden. Dies geschah dann kurz darauf auch, das Problem war nur, dass sie mich nicht wieder zurück nach München fliegen können. Also kurz bei der dba in die Buchungsmaschine gesehen und, tatsächlich, es gab noch ein ziemlich günstiges Angebot für den Abendflug. Also Wisi noch einmal kontaktiert, Flug gebucht, geht alles klar. Das einzige Problem war jetzt noch, dass sie (Wisi & Captain) noch die Company informieren müssen, und es „könnte“ sein, dass sie nein sagen, die Chancen dafür waren aber sehr gering. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass ich dementsprechend nervös den nächsten Schultag verbracht habe, und auf eine einzige SMS gewartet habe. Um 10.45Uhr kam dann die Erlösung, es geht alles in Ordnung. So kam es dann, dass ich mich gegen 14.30 mit Wisi und unserem Captain im Munich Airport Hotel „Kempinski“ getroffen habe. Die beiden „checkten“ aus und wir wurden mit einem BMW zum GAT (= General Aviation Terminal) gefahren.

Dort angekommen ging es erstmal in den Crew Raum für das Briefing und um sonstige Formalitäten zu klären. Der Flug also geht von München nach Düsseldorf mit der CS-DXA, der neuen Cessna Citation Excel XLS, außer mir keine Passagiere an Bord und Fuel sollte auch nicht sonderlich viel rein, sprich ein ziemlich leichter Flieger

Kurze Zeit später wurden wir vom MES Groundhandling zu unserer XLS gebracht. Die Tür war schnell aufgesperrt und schon konnten wir den Flieger betreten
Das Cockpit war, wie sollte es auch anders sein, Cold & Dark, aber nachdem Wisi das APU angeworfen hatte, kehrte auch hier Leben ein
Noch einmal ein Blick von der Cabin in Richtung Cockpit, alles sehr edel in der Maschine
Okay, unser Kapitän ist draußen und kümmert sich um den Outsidecheck sowie um die Angelegenheit mit dem Tanker. Wisi machte es sich auf der linken Seite bequem und bat mich, seinen Platz einzunehmen. Los gings mit diversen Checks, welche für den Abflug nötig waren. Ich denke mal, das war die „Before First Flight“ Check List. Anschließend ließ mich Markus das FMS programmieren
Kurze Zeit später… „München Delivery, Fraction 298Kilo request clearance to Düsseldorf“. Diese haben wir auch sofort erhalten, Departure Route war wie erwartet die MIQ 6Q von Runway 08L. Also werden die Triebwerke gestartet
Hier sieht man schön unsere SID im Navigation Display
Unsere Rollfreigabe haben wir kurz darauf auch erhalten, via N5, O2, N4 und N ging es zur Intersection A4, hier sind wir gerade auf dem 4kilometer langen November-Taxiway
An der Holding Position angekommen mussten wir ein paar Minütchen warten, weil gerade outbound-rush war. Wisi erklärte mir kurz, dass sie mir zeigen möchten, wie viel Power die Citation eigentlich hat. Hierfür ist ein „Static Take Off“ geplant (bedeutet: Mit gezogenen Bremsen Schub geben und dann die Bremsen lösen). Vorher ging aber noch ein LH Airbus raus…
Zum Start sicherte ich mir einen Platz in der Kabine und wartete gespannt auf den „Static Take off“. Die Triebwerke heulten auf, aber wir standen noch. Die Bremsen wurden gelöst und mich hat’s mir einer enormen Wucht in meinen Sitz zurückgeworfen, ein unglaubliches Gefühl, wie die Maschine abzog. Nach nur wenigen Metern waren wir airborne und mit einem Pitch von knapp 22° schossen wir in Richtung Himmel. So einen genialen Start habe ich noch nie erlebt…
Kurz darauf durchstießen wir die Wolkendecke, eine recht nette Stimmung schenkte mir ein paar gute Motive
PF (Pilot flying) Wisi wollte mir ein weiteres Mal beweisen, was die Maschine kann. Wir wurden von FL070 auf FL190 gecleared, Wisi schob die Schubhebel ein Stück nach vorne und erhöhte unsere Steigrate. Auf folgendem Bild kann man erahnen, wie stark sie war… (siehe PFD) Ich möchte noch hinzufügen, dass solche „Demonstrationen“ mit „normalen“ Passagieren nie geflogen werden, die Crew hat für mich eine Ausnahme gemacht :)
Kurze Zeit später waren wir auf FL280 zwischen den Wolkenschichten
Unsere verbleibende Flugroute, direct SULUS
Für DUS haben wir mit der Runway 05L gerechnet, hier die ILS Karte
In Flight ein pic vom PF ;-)
„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein…“ wie wahr
So und jetzt mal noch ein Bild von der Kabine, das ist wirklich eine sehr angenehme Art zu reisen und die Sitze sind äußerst bequem
Kurze Zeit später, begann auch wieder der Descent. Aber nein, natürlich kein „normaler“ Sinkflug. Wisi machte mich darauf aufmerksam, dass wir eine Art Emergency Descent simulieren werden, d.h. so schnell runter wie möglich, Schub weg und Speedbrakes raus. Die ganze Maschine hat wie wild gewackelt aber schnell waren wir unten. Für diese Manöver hatten wir natürlich genügend Platz im Luftraum, da keine anderen Flieger in unserer Nähe waren
Zwischendurch ein Blick aus dem Fenster über den niedlichen kleinen Flügel
Leftturn bereits bei Langen Radar…
… und Markus hat alles unter Kontrolle
Wir sind bereits quer ab vom Platz, unsere VREF sind 109 Knoten und das TCAS hat auch einiges zum Anzeigen
Ein „finaler“ Turn
Und schon sind wir established auf der 05L, na wenn das mal nicht perfekt aussieht !
Leider war es sehr diesig, dennoch ein Bild von Düsseldorfs Internationalen Flughafen
Und im Final approach, immer wieder ein tolles Gefühl, den Anflug vorne mit zu erleben
Zum Touch Down verschwand ich wieder in der Kabine. Wisi landete die Maschine perfekt, ganz leicht streiften die Räder die Landebahn und wir waren unten. Eine Bilderbuchlandung, man erkannte schnell, wer das Fliegen wirklich im Gefühl hat ;) Crossing Runway 05R war auch genehmigt
Wir steuerten Richtung GAT, wo uns der Marshaller in die Parkposition lotste
Unsere kleine „Rakete“ von außen
Jetzt hatten wir noch 1 ½ Stunden Zeit, bis der Weiterflug mit Passagieren anstand. Mir wurde also von außen noch mal genau die Maschine vorgeführt, die Kamera stets dabei
Der stolze Pilot und sein glücklicher Passagier
Kurze Zeit darauf wurde uns das Catering in die Maschine geliefert und wir machten eine kurze „Mittagspause“ und ich versuchte andauernd neue Perspektiven zu finden
Der Tanker versorgte die Maschine mit genügend Kerosin für den Weiterflug. Eigentlich standen wir schon exakt auf der Mittellinie, nur durch die Weitwinkelaufnahme und der Perspektive sieht es etwas verzerrt aus, gell Wisi ? ;)
Jetzt hatte ich noch die Möglichkeit, einen Blick unter die Haube zu werfen, genauer gesagt auf die Avionik
Spieglein Spieglein… sehr sauber war die Maschine auch von außen
Mit Wisi unterwegs kommt natürlich auch das Spotten nicht zu kurz. Turkish A310 auf dem Weg zur 05R
Neben uns war diese Air France Brit Air geparkt
Später hieß es dann Abschied nehmen, das Groundhandling fuhr mit Captain und mir los, um die Passagiere abzuholen und mich am Terminal abzuliefern. Dort kam ich dann vom Vorfeld aus in ein kleines Treppenhaus und ein Stockwerk weiter oben, durch eine Tür mit der Aufschrift „Staff only“ stand ich dann plötzlich mitten im Terminal. Kurz zum dba Check In den Fensterplatz gesichert und anschließend auf die Terrasse, wo auch gleich die relativ neue Atlas Jet 757 TC-OGS kam
Und kurz darauf verschwand „unsere“ DXA auch wieder in den Wolken
Für SAS kam die ex. Snowflake MD80, eine nette Überraschung für mich
Und zu guter Letzt noch das in der Dämmerung stehende Terminal von DUS
Gegen 19.15 Uhr begab ich mich auch schon in den Wartebereich für den dba Rückflug, für welchen um 20 Uhr das Boarding anstand. Ein absolut genialer, aufregender und unvergesslicher Tag neigte sich dem Ende zu…

An dieser Stelle noch einmal großes Dankeschön an Wisi, den Kapitän L.H., NetJets, das Groundhandling und allen anderen, die das alles möglich gemacht haben.

Danke fürs Lesen des Berichtes.