Künstliche Intelligenz: Welche Jobs ersetzt ChatGPT?


Kann Künstliche Intelligenz dafür sorgen, dass wir künftig nur noch an vier Tagen pro Woche arbeiten müssen? Sebastian Heinz geht sogar noch weiter. Der Gründer des KI-Unternehmens Statworx aus Frankfurt rechnet damit, dass KI die Produktivität in Unternehmen derart steigern kann, dass in einigen Jahren sogar drei Tage möglich wären. „Wir können es als Volkswirtschaft schaffen, einen deutlich höheren Output und größeren Wohlstand zu erzielen, bei gleichzeitig weniger Arbeit“, sagt Heinz.


Daniel Schleidt

Koordinator der Wirtschaftsredaktion in der Rhein-Main-Zeitung.

Als Initiator des AI Hubs Frankfurt, in dem sich Unternehmen, Investoren und Talente aus der Branche vernetzen, ist Heinz einer der bekanntesten Promotoren des KI-Standorts Rhein-Main. Heute sitzt er auf dem Podium einer Veranstaltung von F.A.Z., Copetri und der Wirtschaftsinitiative Frankfurt/Rhein-Main und hebt das große Versprechen von KI hervor, wonach künftig Maschinen einfache Tätigkeiten von Menschen übernehmen könnten.

„ChatGPT kann die Volkswirtschaft neu gestalten“

Bei der Diskussion geht es um die Frage, welche Folgen KI und speziell ChatGPT auf die Arbeitswelt und Unternehmen haben werden. Heinz’ Antwort: Die aus der Technologie resultierende Chance beschränkt sich nicht auf höhere Gewinne, schließlich habe das permanente Streben nach Wachstum die Menschheit auch an den ökologischen Abgrund geführt. Heinz zieht den Bogen stattdessen weiter: „Wir können uns die Karten noch mal neu legen und uns fragen, wie wir unsere Volkswirtschaft gestalten wollen.“

Schlägt vor, KI zu vermenschlichen: Wissenschaftlerin Elisa Konya-Baumbach


Schlägt vor, KI zu vermenschlichen: Wissenschaftlerin Elisa Konya-Baumbach
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Bild: Maximilian von Lachner


Schließlich könne Künstliche Intelligenz die Medizin individualisieren oder digitale Lehrer erschaffen, die ganze Regionen der Welt auf ein neues Bildungslevel heben könnten. Heinz ist überzeugt, dass Methoden Künstlicher Intelligenz nicht nur die Wirtschaft, sondern die ganze Gesellschaft verändern werden, „ChatGPT ist der erste Schritt auf diesem Pfad“.

„Die Menschen sind noch nicht bereit für KI“

Diese Vision teilt Elisa Konya-Baumbach, doch mahnt sie, den Menschen auf diesem Weg nicht zurück zu lassen. Die Frankfurterin lehrt und forscht als Assistenzprofessorin an der Universität Mannheim und befasst sich vor allem mit den psychologischen Folgen von KI. Ihre These: „Die Menschheit ist noch nicht bereit für KI.“ Weder das Vertrauen in die Technologie noch die Fähigkeiten im Umgang mit ihr seien ausreichend ausgeprägt, um die bereits bestehenden Möglichkeiten nutzen zu können. „Unternehmen haben Schwierigkeiten, ihren Mitarbeitern zu erklären, wie sie mit ChatGPT umgehen sollen.“

Warnt für verfrühter Regulierung: DZ Bank-Innovationsexperte Dirk Elsner


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Bild: Maximilian von Lachner


Denn eines ist klar: Das Sprachmodell von Open-AI war der iPhone-Moment der KI und hat eine, wie Dirk Elsner sagt, sonst Spezialisten vorbehaltene Technologie für die breite Öffentlichkeit geöffnet. Elsner ist Chef des Innovationslabors der Frankfurter DZ Bank, die in der Stadt mehr als 3000 Mitarbeiter beschäftigt. „Die Neugier der Mitarbeiter auf ChatGPT und damit auf KI ist gestiegen“, hat er erkannt, das gelte auch für das Topmanagement. Doch trotz zahlreicher Anwendungsideen befinde man sich noch in einer Orientierungsphase, in der auf die Euphorie auch noch Ernüchterungen folgen würden.

Künstliche Intelligenz: Gewaltiges Disruptionspotential

Dennoch glaubt auch Elsner an das gewaltige Disruptionspotenzial von ChatGPT und vergleichbaren Anwendungen. Auch wenn KI nicht denken und keine Logik verstehen könne: „Das Thema wird viele Arbeitsplätze verändern“. Wo und in welcher Form, sei aber noch schwer einschätzbar. Elsner rät davon ab, Horrorszenarien zu entwerfen, wonach Computer eines Tages Menschen ersetzen werden.



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